Jugendliche schmeißen Steine auf Flüchtlingsheim

Steinwürfe gegen die Hauswand und ausgestreckte Mittelfinger: Was am Freitagabend vor der Flüchtlingsunterkunft in Villigst passierte, ist alles andere als ein dummer Jungenstreich. Der Staatsschutz ermittelt gegen drei Jugendliche. Gleich zweimal musste die Polizei an dem Abend ausrücken.

Villigst.. Gegen 18 Uhr, so bestätigte ein Polizeisprecher, sei man alarmiert worden. Die drei Täter hätten vor dem Eintreffen der Polizei bereits die Flucht angetreten. Kurz vor acht wurde dann erneut die Polizei alarmiert, weil dieselben drei Jugendlichen in der Nähe der Unterkunft Feuerwerkskörper abgebrannt hätten. Auch hier habe man vor Ort niemanden mehr angetroffen, und die Nahbereichsfahndung blieb ohne Ergebnis.

Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen

So etwas sei kein übler Streich, sondern ein Delikt für den Staatsschutz, betonte der Polizeisprecher auf Anfrage. Der ermittle jetzt auch. "Das ist zunächst zwar nur eine Beleidigung, angesichts der Örtlichkeit aber eine fremdenfeindliche Beleidigung und damit ein Fall für den Staatsschutz", so die Polizei.

Nachbarn berichten, dass es auch bereits am vergangenen Wochenende einen ähnlichen Zwischenfall gegeben habe. Die Flüchtlinge hätten sehr verschüchtert reagiert. Eine ganze Reihe von Patenfamilien seien sofort zur Unterkunft gefahren, um die Menschen zu beruhigen.

Vor Ort seien auch Mitarbeiter eines privaten Wachdienstes gewesen, den die Stadt offensichtlich beauftragt hat, das Objekt zu bewachen.