Jägerstraße: Bald nur noch Tempo 30?

Ein unscheinbarer grauer Kasten war für die Stadt an der Jägerstraße im Einsatz: Vom 4. bis zum 9. Februar hat das Gerät rund um die Uhr die Fahrzeuge auf der Jägerstraße gezählt und deren Geschwindigkeit gemessen. Viele Bürger haben sich für Tempo 30 ausgesprochen, als im vergangenen Jahr ein neunjähriger Junge umkam.

Lünen.. Jetzt werden wir die Daten auswerten", kündigt Friedhelm Wittlieb, Abteilungsleiter für Verkehrslenkung und -überwachung, an. Die Ergebnisse sollen helfen, eine Frage zu beantworten: Macht eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 in Teilbereichen der Jägerstraße Sinn?

Tödlicher Unfall: Fahrerin traf keine Schuld

Nachdem am 29. September 2014 ein neunjähriger Junge auf der Jägerstraße tödlich verunglückt war, hatten 748 Bürger mit ihren Unterschriften und die Schulkonferenz Lünen-Süd Tempo 30 gefordert. Die Fahrerin, die den Jungen mit ihrem Auto überrollte, trifft keine Schuld. Zu diesem Ergebnis war die Staatsanwaltschaft gekommen und hatte das Verfahren eingestellt. Doch die Frage, wie sich die Verkehrssicherheit auf der Jägerstraße erhöhen lässt, steht weiter im Raum.

"Geschwindigkeit, Verlegung der Bushaltestellen, Radverkehrsführung, mit allen diesen Themen werden wir uns auseinandersetzen", kündigt Wittlieb an. Das Gerät zur Verkehrszählung habe man an zwei Stellen eingesetzt: Einmal im Zentrum von Lünen-Süd und am Ortsausgang, Richtung Oberbecker Weg.

Radweg ist hier keine Pflicht

Gegenüber Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Lünen-Süd erläuterte Wittlieb kürzlich die Rechtslage, was den Radverkehr auf der Jägerstraße betrifft. Demnach kennzeichnet die rote Pflasterung auf dem Gehweg keinen benutzungspflichtigen Radweg. Die dafür gesetzlich erforderliche Breite sei nicht gegeben.

Laut Wittlieb gilt: Kinder bis 8 Jahre müssen auf dem Gehweg Rad fahren, Kinder von 8 bis 10 dürfen dort Rad fahren, ältere Radfahrer sollten grundsätzlich die Straße nutzen. Allerdings würden sie nach wie vor auch auf dem Gehweg geduldet, müssten aber Rücksicht auf Fußgänger nehmen. "Der Radfahrer ist dort Gast", sagte Wittlieb auf Nachfrage.