In Schwerte gibt es alle zwei Tage einen Einbruch

Fast alle zwei Tage nimmt die Polizei nach einem Einbruch in Schwerte die Ermittlungen auf. Im Jahr 2012 waren es 156 Fälle. Wie die Kriminellen vorgehen, wie sie die Beute loswerden und welche Probleme die Polizei zu bewältigen hat, erfahren Sie hier.

Schwerte.. 
Generell sind Einbrüche in Schwerte das ganze Jahr über Thema. Im Winter können Täter aber noch früher den Schutz der Dunkelheit nutzen. "Natürlich ist das Risiko, Opfer zu werden, mit Einbruch der Dunkelheit höher", sagt Ralf Hammerl, Sprecher der Kreispolizei Unna. Einbrecher, sagt Hammerl, beschränkten sich aber keineswegs auf die Abend- und Nachtstunden.

Bargeld oder Schmuck

Einbrecher haben es meist auf Bargeld oder Schmuck abgesehen - bevorzugt: Gold. Mit sicherem Gespür durchstöbern sie Nachttische, Kommoden, Kleiderschränke, Küchen und Wohnzimmer. Kaum ein Ort ist vor ihnen sicher.

Die Polizei unterscheidet zwischen lokalen Tätern, die im Kreis wohnen, und reisenden Tätern, die meist aus Osteuropa stammen. Die Polizei in Dortmund nennt Rumänien, Bulgarien, Bosnien, Serbien, Mazedonien als Länder, in denen Einbrecher-Banden ihre Arbeit international aufziehen.

In Banden eingebundene Profis arbeiten so:

  • Übergabe der Schmuck-Beute an einen Mittelsmann.
  • Verkauf von Schmuck bei einem Goldankäufer gegen Bargeld.
  • Anonyme Bargeld-Einzahlung bei einer Bank. Erhalt einer Transaktionsnummer.
  • Versand der Transaktionsnummer per SMS an Komplizen im Ausland.
  • Mit der Nummer hebt der Komplize das Geld bei einer Auslandsfiliale der Bank ab.

Fingerabdrücke nehmen, DNA-Spuren sichern und Datenbanken abfragen: Häufig fehlen der Polizei solche Hinweise, die direkt auf die Spur der Täter führen.

Jeder fünfte Fall wird aufgeklärt

In Schwerte wurden im Jahr 2012 32 der 156 Einbrüche aufgeklärt - das sind rund 20 Prozent, also etwa jeder fünft Fall. Wie viele der überführten Täter verurteilt worden sind, sagt die Polizei nicht.

Unabhängig davon weiß die Polizei: Wer in Haft sitzt, muss sich um seine Familie nicht sorgen: Clan-Chefs übernehmen die finanzielle Absicherung.