Impfberatung: Pflicht vor erstem Besuch in Lüner Kitas

Impfen oder nicht? Eltern sollen künftig eine Impfberatung absolvieren, bevor sie ihr Kind erstmals in eine Kindertagesstätte schicken. Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt, über den nächste Woche entschieden werden soll.

LÜNEN.. Auch in Lünen werden die Kinder, die Kitas besuchen, immer jünger. "Die Aufklärung ist allerdings viel besser geworden, die Vorsorge-Untersuchungen engmaschiger", sagt Dr. Petra Winzer-Milo, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes im Kreis Unna.

Im Vergleich zu den anderen Kreisstädten liege Lünen auf einem "guten Mittelplatz". Von 741 Kindern, die im Jahr 2014 eingeschult wurden, hätten 95,5 Prozent ihr Impfbuch vorweisen können. Darin sind Krankheiten wie Tetanus/Diphterie/Keuchhusten (96 % Impfquote), Masern (95 %) oder Meningokokken (95 %) aufgeführt. 98,5 Prozent der Kinder waren gegen mindestens eine dieser Krankheiten geimpft. "Das ist ein sehr guter Stand", sagt Winzer-Milo.

Absolute Impfgegner seien höchstens noch zu 2 Prozent vertreten. Das liege auch an der Beratung durch die Kinderärzte und den Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO). "Ärzten, die sich gegen das Impfen aussprechen, müsste man eigentlich die Approbation entziehen", sagt Dr. Winzer-Milo. Die Lünerin Jeannette Koch ist selbst Erzieherin in einem Kindergarten. Ihre eigenen Kinder Lilly (6) und der dreijährige Ben sind geimpft. "Ich halte das für wichtig. Und ich glaube auch, dass eine gute Beratung Sinn macht", sagt die 35-Jährige. Eine Impfpflicht sieht sie kritisch. "Ich würde es am Ende den Eltern selbst überlassen." Aber schließlich seien die Vorsorgeuntersuchungen ja Pflicht, in denen über das Impfen aufgeklärt würde.

"Impfen ist etwas ganz Wichtiges"


In der Gemeinschaftspraxis von Dr. Christiane Günther-Ruppert und Miriam Uding in Lünen legt man großen Wert auf Impfungen. "Wir finden diesen Gesetzentwurf sehr gut. Denn Impfen ist etwas ganz Wichtiges", sagt Dr. Christiane Günther-Ruppert. Viele Erkrankungen hätten oft "fulminante Krankheitsverläufe".

Eine Masernerkrankung sei gerade für jüngere Kinder besonders gefährlich. "9 bis 10 Jahre nach einer Masernerkrankung kann ein Teil dieser Kinder an der Hirnhautentzündung SSPE erkranken", weiß die Kinderärztin. "Diese Infektion ist unheilbar."