Im Video: So war der Politische Aschermittwoch

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat Aufweichungen beim Mindestlohn eine Abfuhr erteilt. "Einen Mindestlohn light wird es mit mir nicht geben", sagte Nahles beim Politischen Aschermittwoch der SPD im Schwerter Freischütz. Wofür die Arbeitsministerin sonst noch Applaus bekam, sehen Sie in unserem Video.

Schwerte.. Bei der 23. Auflage der Traditionsveranstaltung des SPD-Bezirks Westliches Westfalen gab es zwar die üblichen, mit deftigen Zitaten gespickten Reden, aber die großen Überraschungen blieben aus. Und weil Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit Grippe daheimgeblieben war, wurde das Redeprogramm auch kurzerhand auf ein Grußwort von Generalsekretär Andr Stinka und die Reden von NRW-Fraktionschef Norbert Römer und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles eingedampft.

Der politische Stargast aus Berlin gab dann auch das Thema vor. Und das lautete Mindestlohn. Der sei richtig, kein bürokratisches Monster und ein toller Erfolg für die Menschen und die Partei. Einem "Mindestlohn light" erteilte Nahles erneut eine Absage. Es habe schon Arbeitgeber gegeben, die gefragt hätten, ob Popcorn oder Saunagutscheine mitverrechnet werden dürften. "Wir haben einen Mindeststundenlohn verabschiedet. Mindestlohn heißt Mindestlohn ohne Popcorn", rief Nahles den 700 Genossen in Schwerte zu. Ein Gesetz gegen den Missbrauch von Werkverträgen kündigte Nahles noch für das Frühjahr an. "Nach Ostern lege ich das nächste Gesetz zur Leiharbeit und Werkverträgen vor", sagte sie. Werkverträge stünden für mehr Arbeit für weniger Geld.

Römer wettert gegen Laschet

Für die klassischen verbalen Angriffe zum Aschermittwoch hatte sich Römer seinen CDU-Kontrahenten im Landtag, Armin Laschet, ausgeguckt. Der erinnere ihn in seiner Rolle als CDU-Vize in Berlin an den "kleinen Sohn von Mutti". Und dass er als solcher nur schlecht über NRW rede, statt sich für das Land einzusetzen, nimmt ihm Römer übel.

Bei Andrea Nahles war es CSU-Chef Horst Seehofer, dem die Frontalangriffe galten. "Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz", betonte sie als Antwort auf Seehofers Rede am Vormittag in Passau. Da würden seit 30 Jahren dieselben Fehler gemacht, nur mit anderen Begründungen, so Nahles in Richtung Bayern. Und dann gab die Frau aus der Eifel dem Revierpublikum noch das, was es hören wollte: "Ihr im Ruhrgebiet, seid doch der Beweis dafür, dass Integration ein Modell sein kann", erklärte sie unter dem Applaus der rund 700 Gäste.

Der Politische Aschermittwoch bleibt aber in allererster Linie eine Traditionsveranstaltung. Es gibt Bier und Schmalzbrote. Die Pilspicker Jazzband spielte ihren Dixieland um am Ende "Oh When The Saints", zu intonieren. Zu diesen Klängen marschieren dann die Vertreter der örtlichen Elite der SPD und ihr Ehrengast ein.


Die Zuschauer sehen das ähnlich traditionell. Mindestens zum 20. Mal sei er dabei, erzählt Manfred Althaus von der SPD Westhofen. Und wie immer habe sein Ortsverein 25 Karten verkauft, auch an jüngere Leute. Die sind beim Politischen Aschermittwoch mittlerweile überwiegend in der Minderheit.

Mit Material von dpa