Hitze und Gewitter: So war das Wochenende

Die drückende Hitze am Samstag hatte Lünen fest im Griff: Über 120 Patienten wurden in der Aufnahme des Klinikums behandelt, häufig wegen Flüssigkeitsmangel. Rettungshubschrauber Christoph 8 musste fast dreimal öfter ausrücken als normal. Am Sonntagmorgen folgte dann ein schweres Gewitter, mehrmals schlug der Blitz ein.

Lünen.. Hochbetrieb herrschte am Samstag in der Zentralen Aufnahme des Klinikums St.-Marien-Hospital. "Wir hatten über 120 Patientenkontakte", berichtet Oberarzt Dr. Arne Krüger, Leiter der Aufnahme. "Vormittags war es extrem unruhig und abends extrem anstrengend", berichtet der 40-jährige Facharzt für Anästhesie. Das Team habe am Rande seiner Möglichkeiten gestanden - jedoch trotz der großen Hitze das Beste für die Patienten gegeben, so Arne Krüger.

Zu wenig getrunken - oder Alkohol

Groß sei der Bedarf an Infusions-Lösungen gewesen, da zahlreiche Patienten dringend Flüssigkeit benötigten. Viele Menschen hätten schlichtweg zu wenig getrunken oder aber Alkohol konsumiert, der dem Körper bekanntlich Flüssigkeit entzieht.

In der Zentralen Aufnahme seien am Samstag auffallend viele Patienten gewesen, die aus religiösen Gründen - derzeit ist der Fastenmonat Ramadan - nichts getrunken hätten, so der Mediziner. Durch das Überschätzen der körperlichen Leistungsfähigkeit hätte sich bei manchen Patienten ein bedenklicher Zustand ergeben.

Dr. Krüger selbst war am Samstag als Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christoph 8 im Dienst. Mit neun Einsätzen gab es zwischen 7 und 21.50 Uhr fast drei Mal so viele wie üblich. Randnotiz: Da im Hubschrauber bis zu 50 Grad Celsius herrschten, habe er selbst sechs Liter Flüssigkeit getrunken, so der Notarzt.

Zweimal schlug der Blitz ein

Am Sonntagmorgen kippte dann das Wetter: Bereits kurz vor 8 Uhr schlugen Brandmeldeanlagen in der Glashütte und in einem Geschäft in der Innenstadt Alarm. Dort hatte vermutlich der Blitz eingeschlagen, Schäden am Gebäude gab es aber keine. Fast zeitgleich musste die Feuerwehr dann zu Blitzeinschlägen in Wohnungen Am Vogelsberg und Am Ziegelkamp ausrücken.

Zu einem größeren Einsatz kam es dann kurz vor 11 Uhr, als der Blitz ein großes Silo bei der Firma Adam an der Bergstraße traf. Das war mit Holzspänen gefüllt und fing Feuer. Menschen kamen in keinem Fall zu Schaden. Am Nachmittag entspannte sich dann die Lage, das Wetter beruhigte sich in Lünen, die Straßen belebten sich wieder. Allerdings waren für den Abend weitere Unwetter angekündigt.

Die Gewitter hatten auch Auswirkungen auf zwei größere Veranstaltungen in Lünen: "Wir könnten heute eine Wasserschlacht veranstalten. Aber vielleicht haben wir ja noch Glück und können später mit dem Hunderennen noch starten", hoffte Pressewart und Organisator Ingo Neuboldt am Sonntagmittag auf einen Silberstreif am Horizont. Eigentlich sollte auf dem Vereinsgelände des Hundevereins Lünen-Süd das sechste Hunderennen des Verbandes der Pudelfreunde Gruppe Bochum stattfinden.

Komplett abgesagt wurde hingegen das für den Nachmittag angesetzte Seeparkfest der SPD-Ortsvereine Horstmar, Beckinghausen und Niederaden.