Heulen noch dieses Jahr Sirenen von Lünens Dächern?

Wenn nötig, werden noch in diesem Jahr die ersten Sirenen von Lünens Dächern heulen. Die Stadt Lünen lässt aktuell rechtlich prüfen, inwieweit sie dazu verpflichtet ist, auf Sirenen als Warnsystem für die Bevölkerung im Gefahrenfall zu setzen. Eine entsprechende Vorlage soll noch vor den Sommerferien in die Ausschüssen gehen.

Lünen.. "Es bleibt aktuell die spannende Frage, ob Radio- und Lautsprecherdurchsagen ausreichen oder ob wir dann im Schadensfall in Amtshaftung genommen werden können", beschreibt Friedhelm Wittlieb, Kommissarischer Leiter der Abteilung Ordnung bei der Stadt Lünen, den Sachverhalt. Die Lüner Sirenen waren in den 90er Jahren abmontiert und verschrottet worden, als der Kalte Krieg für beendet erklärt worden war.

Eine Reihe von Unglücksfällen, wie die Nuklearkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk (AKW) in Fukushima im März 2011 haben zu einem Umdenken geführt. "Wir haben hier auch Atomkraftwerke in der Nähe. Wie warnen wir die Bevölkerung bei einem entsprechenden Vorfall. Oder wenn es eine Störung im Chemiewerk gibt", sagt Wittlieb.

Weckeffekt in der Nacht erfüllen nur Sirenen

Die Stadt Lünen bereitet sich parallel zur rechtlichen Prüfung zu den Warnsystemen auf den Fall vor, dass sie wieder Sirenen installieren müssen. Vor allem, weil nur durch Sirenen auch in der Nacht effektiv gewarnt werden kann. Den Weckeffekt kann das Radio gar nicht und Lautsprecher nur in geringerem Maße erfüllen.

"Wenn wir von der Rechtsabteilung das Signal bekommen, dass Sirenen her müssen, dann muss und wird das auch ganz schnell gehen", verspricht Wittlieb. Geplant sind drei Ausbaustufen: Noch in diesem Jahr könnten neun große Sirenen mit 2400 Watt Leistung auf öffentlichen Gebäuden installiert werden. In zwei weiteren Ausbaustufen würden laut aktuellen Planungen weitere 16 Sirenen mit unterschiedlicher Leistungsstärke über das Stadtgebiet verteilt aufgestellt werden.

15.000 Euro pro Stück

Eine genaue Kostenschätzung steht noch aus. Sie soll in der Vorlage für den Ausschuss aber stehen. Für die leistungsstarken Sirenen schätzt Wittlieb Kosten von 13.000 bis 15.000 Euro pro Stück, für die Sirenen mit 600 Watt Leistung geht er von 6000 Euro Anschaffungskosten aus. Die digitalen Sirenen würden pro Jahr ungefähr 100 bis 150 Euro im Unterhalt kosten. Und allesamt an Gebäuden der Stadt oder deren Tochtergesellschaften angebracht.