Heftiger Schlagabtausch über zweite Gesamtschule

Eigentlich war schon alles klar. Die Mehrheit des Rates will eine zweite Gesamtschule gründen. Das hatte der Schulausschuss sogar einstimmig beschlossen. Allerdings wurde dann am Mittwochabend doch noch heftig gestritten. Am Ende gab es aber mehrere gute Nachrichten.

Schwerte.. Was im Schulausschuss noch halbwegs ruhig debattiert wurde, geriet im Rat zu einem emotionalen Schlagabtausch. Zwar wurde am Ende der Beschluss des Schulausschusses zur Gründung einer zweiten Gesamtschule und zur Schließung der Realschule am Bohlgarten mit Mehrheit bestätigt, vorausgegangen war aber eine über zweistündige Debatte.

Böckelühr wettert gegen Schließung der Realschule

Vor allem Bürgermeister Heinrich Böckelühr machte in einem langen Plädoyer deutlich, dass ihm vor allem der Schließungsbeschluss der Realschule nicht passe. Außerdem wollten die Antragsteller ein Gymnasium opfern. Er sei für ein Verfahren, bei dem alle Schulen dieselbe Chance haben.

Das hatte dann offensichtlich auch Einfluss auf die Fraktion, die in Person von Fraktionschef Marco Kordt emotional und lautstark eine Rolle rückwärts gegenüber der Abstimmung im Schulausschuss ankündigte. Nach einer 20-minütigen Sitzungsunterbrechung stimmte man dann doch nicht gemeinsam ab. Dabei gab es auch CDU-Mitglieder des Schulausschusses, deren Überzeugung sich seit Dienstagabend komplett geändert hatte.

FDP: Funktionierende Schullandschaft wird zerschlagen

Strikt gegen jede Lösung stemmte sich auch Renate Göke von der FDP. Denn sie sehe weder in der Dependance-Lösung noch in der Gründung der neuen Gesamtschule einen Vorteil für die Schüler. Hier werde nur eine funktionierende Schullandschaft zerschlagen.

Grünen Fraktionssprecher Bruno Heinz-Fischer und SPD-Fraktionschefin Angelika Schröder trugen noch einmal die Argumente aus der Schulausschusssitzung vor. Die Zustimmung zur Gründung der zweiten Gesamtschule und Auflösung der eigenen Schule, die der Eilausschuss der Schulpflegschaft der Realschule am Bohlgarten beschlossen hatte, war Wasser auf die Mühlen der Antragssteller.

Votum auf Druck der Bezirksregierung?

Ein Votum, dass nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Marco Kordt zweifelhaft und nur auf Druck der Bezirksregierung zustande gekommen sei. Eine Aussage, die von der Schulleiterin Denise Burkhard von der Zuschauertribüne lauthals zurückgewiesen wurde.

Bei all den Diskussionen ging fast unter, dass mit den Beschlüssen nun auch gesichert ist, dass die 14 Schüler, die von der Realschule abgelehnt werden mussten, doch einen Platz an einer Schwerter Schule finden.