Hausaufgaben-Betreuung in Lünen droht das Aus

Die Hausaufgabenbetreuung an drei Grundschulen in Lünen könnte mit Beginn der Osterferien wegfallen. Betroffen wären rund 100 Schüler - deren Eltern sind entsetzt. Nun wird nach einer Lösung gesucht, zum Beispiel nach Sponsoren. Wir erklären die Hintergründe und warum hinter den Kulissen heftige Kritik laut wird.

Lünen.. Zum Hintergrund: Die Hausaufgabenbetreuung an dendreiGrundschulen Osterfeldschule, Am Lüserbach sowie der Friedrich-Ebert-Förderschulesteht auf der Kippe, weil der Rat der Stadt sämtliche Beschlüsse zum Haushalt 2015 in der vergangenen Woche auf den 23. April vertagt hat. Bis zur Verabschiedung des Haushalts 2015 darf die Stadt laut Gemeindeordnung nur Geld für Dinge ausgeben, zu denen sie rechtlich verpflichtet ist. Die Hausaufgabenbetreuung, bei der es sich um eine freiwillige Leistung handelt, zählt nicht dazu.

Sollte der Haushalt am 23. April vom Rat verabschiedet werden, braucht es noch die Zustimmung des Kreises Unna für das Lüner Zahlenwerk. Die könnte laut Schulverwaltungsleiter JürgenGrundmann im Mai oder Juni vorliegen. Dann erst kann die mit Honorarkräften betriebene Hausaufgabenbetreuung wieder die Arbeit aufnehmen. Bis dahin droht Stillstand. Es sei denn, es findet sich eine andere Lösung.

SPD-Ratsherr: Zwischenfinanzierung kostet etwa 10.000 Euro

Jürgen Grundmann sagte am Montag dazu, dass es Bestrebungen in der Politik gebe, die Hausaufgabenhilfe irgendwie fortzusetzen. Dazu sagte Rolf Möller, stellvertretender Bürgermeister und SPD-Ratsherr,dass die SPD-Fraktion Gespräche mit verschiedenen Unternehmen führe, in denen SPD-Mitglieder - zum Beispiel über den Aufsichtsrat - vertreten seien. Dazu gehörten auch die Stadtwerke Lünen.

Laut Möller kostet die Zwischenfinanzierung der Hausaufgabenbetreuung an den drei Schulen bis Juni etwa 10.000 Euro. Mit Gesprächs-Ergebnissen sei in den nächsten Tagen zu rechnen.

GFL kritisiert "öffentliches Jammern" der SPD

Scharfe Kritik am Vorgehen der SPD kam am Montag von der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL): "Es ist nicht zu fassen: Die SPD-Fraktion verhindert zunächst die Beratung des Haushaltsplans 2015 in den Fachausschüssen und dann mit ihrer Enthaltung in der Ratssitzung die Chance auf eine Verabschiedung", sagte GFL-Chef Prof. Johannes Hofnagel.

Anschließend, so Hofnagel weiter, "jammert der SPD-Ratsherr und frühere Fraktionschef Rolf Möller öffentlich über die selbst verursachte haushaltslose Zeit und die erst einmal nicht zu finanzierende Hausaufgabenhilfe".

Eltern hatten sich auf Zusage für ein ganzes Schuljahr verlassen

Unterdessen fand Montagmorgen an der Osterfeldschule (Standort Virchowstraße) wie gewohnt das Eltern-Caf statt. Schulleiterin Iris Lüken überbrachte den Eltern nach eigenen Angaben "die schlechte Nachricht". Die Eltern hätten sich darauf verlassen, dass "eine Zusage der Stadt für ein ganzes Schuljahr gilt", gab Lüken die Reaktionen der Anwesenden wieder.

Spontan hätten sich die Eltern entschlossen, Jürgen Grundmann Montagmorgen zu besuchen. Iris Lüken: "Leider konnten sie nicht beruhigt werden. Herr Grundmann hatte zwar großes Verständnis für die Sorgen der Eltern, musste aber darauf hinweisen, dass es sich um eine politische Entscheidung handelt."