Haben Jäger in Schwerte auf Schwäne geschossen?

Ohne Absicherung sollen Jäger am Silvestertag auf dem Ruhrtalradweg auf Schwäne geschossen haben. Das berichten zwei Augenzeugen. An und für sich ist die Jagd derzeit erlaubt, sagt der Kreis. Aber: "Es kann doch nicht sein, dass die zwischen den Fußgängern rumballern", so eine Zeugin, die den Vorfall beobachtet haben will.

Schwerte.. "Gegen Mittag", so berichtet Cornelia Gawlinski, "fand zwischen Gut Ruhrfeld und dem Wellenbad eine Treibjagd statt."Zwischen den Spaziergängern wären die Jäger unterwegs gewesen und hätten mit Schrot auf Schwäne geschossen.

Auch Hermann Heimann war an diesem Tag auf dem Wanderweg unterwegs. Die Jagdgesellschaft hätte den Asphaltweg nicht verlassen und von dort in Richtung Wasserlauf geschossen. "Direkt vor mir schwamm ein Jungschwan auf die Jäger zu, die ihn direkt am Weg erschossen haben", so Heimann. An diesem Silvester sei es wegen der Wetterlage nicht sehr belebt gewesen. "Es waren aber dennoch einige Spaziergänger und Fahrradfahrer an dem Tag unterwegs", so Heimann. Die Jäger, die Kfz-Kennzeichen aus Hamm gehabt hätten, seien gegen 12.30 Uhr in ihre Autos gestiegen und verschwunden.

Keine Gefährdung erkennbar

Die Jäger hätten zwar die Gewehre in Richtung Wasserschutzgebiet gerichtet, an diesem Tag sei das Gittertor der Wasserwerke aber nicht verschlossen gewesen, betont Heimann.

So eine Treibjagd müsse nicht angemeldet werden, betont Birgit Kalle von der Pressestelle des Kreises Unna. Der ist als Untere Jagdbehörde für die Überwachung der Jagd zuständig. Lediglich sonn- und feiertags sei die Treibjagd verboten. Silvester zähle aber, auch wenn viele Arbeitnehmer dann frei hätten, nicht zu den Feiertagen. Allerdings, so räumt sie auch ein, wären die Jagdausübungsberechtigten für die Sicherung des Gebiets zuständig. Nach der Schilderung von Cornelia Gawlinski könne man auch keine Gefährdung der Fußgänger erkennen, so Kalle. Allerdings werde man noch einmal Kontakt mit dem zuständigen Jäger aufnehmen.

Beschwerde beim Kreis

Dass Schwäne derzeit gejagt werden dürfen, bestätigt auch Kreisjagdberater Bernhard Junge. Zu dem Vorfall könne er nichts sagen. Cornelia Gawlinski hat sich mittlerweile beim Kreis beschwert. "Es kann doch nicht sein, dass die zwischen den Fußgängern rumballern", findet sie. Jäger in Nordrhein-Westfalen:
Wer in Deutschland jagen möchte, muss dazu einen Jagdschein beantragen.Den bekommt man nur dann, wenn man zuvor eine Jägerprüfung bestanden hat, eine Jagdhaftpflichtversicherung nachweisen kann, ein einwandfreies Führungszeugnis besitzt und mindestens 18 Jahre alt ist.In Nordrhein-Westfalen gab es laut Wikipedia im Jahr 2011/12 rund 80.700 Jagdscheininhaber.