Gibt es in Schwerte bald ein Strandbad?

Ein Sprung in die kühle Ruhr klingt bei hitzigen Temperaturen verlockend. Bisher ist das verboten, doch wie groß sind eigentlich die Chancen für ein Strandbad in Schwerte? Wir haben nachgefragt.

Schwerte.. Flächen für ein mögliches Strandbad sind vorhanden, denn die Wasserwerke Westfale trennen sich von einigen ihrer Wassergewinnungsanlagen. Das Projekt Sichere-Ruhr hat außerdem über Jahre hinweg die Wasserqualität im unteren Ruhrabschnitt zwischen Essen und Mühlheim gemessen und kommt zu dem Ergebnis: Der Fluss ist meist sauber - außer wenn es stark geregnet hat.

Auf dieser Basis hat sich in Essen eine Initiative gegründet, die das Baden in der Ruhr vorantreiben möchte. Gleiches will auch die Schwerter SPD, die mit einem Antrag an den Planungsausschuss die Prüfung von "Strandflächen zum Baden auf den nicht mehr für die wasserwirtschaftliche Nutzung benötigten Flächen" fordert.

Ampelsystem soll Schwimmer warnen

In Essen gibt es den Vorschlag, Badegäste bei schlechter Wasserqualität mit einem Ampelsystem zu warnen. Fahnen an den Badestellen wären denkbar, erklärt Wolf Merkel, Sprecher der Interessengemeinschaft und Geschäftsführer des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wasserforschung IWW.

Das sind die Hindernisse

Die Wasserwerke haben die Grundstücke bereits an das Land verkauft. Es soll dem Landschaftsschutz zur Verfügung gestellt werden. Eine Änderung wäre nur mit dem Einverständnis des Landes möglich. Gegen ein Naturbad an der Ruhr spricht auch die Richtlinie für Badegewässer der Europäischen Umweltagentur. Das Problem: die vorgegebenen Keimwerte. Fast keimfrei müsste das Gewässer sein - quasi unmöglich bei Flüssen, an denen es Kläranlagen gibt. Und je nach Wetterlage kann es passieren, dass Wasser aus den Anlagen ungefiltert in die Ruhr fließt.

Eigenes Risiko

Lebensbedrohliche Keime gelangen so zwar nicht in das Gewässer, können jedoch unangenehmen Durchfall verursachen. Deshalb gibt es keine Naturbäder an der Ruhr und das Baden ist auch weiterhin prinzipiell verboten. Kontrollen und Strafen gebe es nicht, erklärt Ingo Becker, Geschäftsführer der Wasserwerke Westfalen. Wer in der Ruhr badet, tut das auf eigenes Risiko.