Gestank in Alstedde - Lilafarbener Rauch zu sehen

Vielen Lünern, insbesondere im Stadtteil Alstedde, stank es am Montag gewaltig. Sie beschwerten sich über schwefelartigen Geruch. Auch eine lilafarbene Rauchsäule war zu sehen. Woher die kam, ist mittlerweile klar - vom Lüner Remondis-Kraftwerk an der Brunnenstraße. Den Geruch erklärt das jedoch nicht.

Lünen.. Verursacher der Rauchsäule war das Lippewerk des Unternehmens Remondis an der Brunnenstraße. Wie Unternehmens-Sprecher Michael Schneider erklärte, sei im Kraftwerk auf dem Firmengelände "eine Charge Industrieabfall verbrannt worden, die 0,63 Prozent Jod enthielt". Jod verursache bei der Verbrennung eine blaue Verfärbung. "Wir haben es sofort rausgenommen. Das ärgert uns und das darf natürlich nicht sein", so Schneider weiter.

Das Kraftwerk erzeugt aus der thermischen Verwertung (Verbrennung) von Industrieabfällen Strom und Wärme. Jod, sagte Schneider, sei nicht toxisch - also nicht giftig. Eine Gefahr habe nicht bestanden.

Geruch hatte nichts mit dem Rauch zu tun

Der von Bürgern bemerkte Schwefelgeruch erkläre sich mit der Jod-Verbrennung allerdings nicht. "Der Geruch dürfte eigentlich nichts mit uns zu tun haben", betonte der Unternehmens-Sprecher.

Aber woher stammt er dann? Bei der Feuerwehr waren Anrufe zu der lilafarbenen Rauchsäule eingegangen - und auch Beschwerden "über massiven Schwefelgeruch", wie Einsatzleiter Torsten Rudel berichtete.

Feuerwehr misst Schadstoffe

Die Feuerwehr habe daraufhin zwischen 8.30 und 9.30 Uhr Schadstoff-Messungen durchgeführt: am Lippewerk, an der benachbarten Schlossallee, an der Grundschule Am Heikenberg in Alstedde und im Zentrum von Alstedde. Es sei auf Stoffe hin gemessen worden, die schwefelartigen Geruch verursachen könnten, so Rudel. So zum Beispiel Schwefelwasserstoff. Jedoch seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

Fazit: Der Rauch kam von Remondis, war aber nicht giftig. Zum Gestank haben Feuerwehr und Stadt Lünen jedoch bisher keine Erkenntnisse.