Gedenkfeier im Südpark: 70 Jahre nach Nazi-Morden

70 Jahre ist es her, da mordeten die Nazis im Dortmunder Rombergpark und erschossen dabei auch sechs Lüner. Eine Tat, die weiter nicht verschwiegen werden dürfe, sagte der stellvertretende Bürgermeister Rolf Möller (SPD) am Karfreitag auf der Gedenkveranstaltung im Südpark. Denn auf Schweigen, sagte er, folge das Vergessen.

Lünen-süd.. "Die Verantwortung aber bleibt", folgerte Möller, und das jedes Jahr klar zu machen sei eine der Aufgaben der Gedenkveranstaltung an jedem Karfreitag. "Für viele ist es ja mittlerweile eine Verpflichtung geworden, an diesem Tag zusammen zu stehen", sagte Möller mit Blick auf Schützen, IG BCE-Mitglieder und die vielen anderen Lüner Bürger, die immer noch regelmäßig an Karfreitag im Südpark erscheinen.

Im Rückblick auf eine vergangene Reise nach Dresden und die dort gesehene "beschämende" Pegida-Kundgebung forderte auch Pastor Norbert Hagemeister: "Was vor 70 Jahren geschehen ist, soll eine Mahnung sein."

Nie wieder Faschismus

Denn noch immer gebe es Krieg, Hunger und Millionen Flüchtlinge auf der Welt: "Das sollte uns nachdenklich machen."

Kathrin Rieckermann vom Förderverein der Steinwache in Dortmund fragte: "Was sind wir den Ermordeten schuldig?" Man dürfe dem "braunem Mob" nicht die Straße überlassen und müsse dafür sorgen, dass es "nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus" gebe.

Exemplarisch schilderte Rieckermann Teile des Lebenslaufs des am Karfreitag vor 70 Jahren ermordeten Lüners Jakob Bink: Das KPD-Mitglied wurde im März 1933, also kurz nach der Machtergreifung Hitlers, das erste Mal festgenommen. Nach Aufenthalten in mehreren Gefängnissen landete Bink zwischenzeitlich auch im Konzentrationslager.

Ihm seien "hetzerische Äußerungen" vorgeworfen worden, für die er auch mit Peitschenschlägen bestraft wurde. Weil er seine Überzeugung trotzdem nie verriet, sagte Rieckermann, sei er auch der "eiserne Jakob" genannt worden. Bink wurde 49 Jahre alt und hinterließ fünf Kinder.