Feuerwache: Flüchtlinge ziehen noch nicht ein

Genau einen Monat hatte die Stadt Lünen sich selbst Zeit gegeben, aus der ehemaligen Feuerwache an der Borker Straße und der Rettungswache Von-Wieck-Straße eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. Am 1. Juni sollten die ersten Menschen einziehen. Den Zeitplan wird die Stadt nicht einhalten können.

Lünen.. Der Grund sei nicht der schlechte bauliche Zustand der Gebäude, versichert Fachdezernent Ludger Trepper auf Anfrage. Vielmehr verlange das Thema Brandschutz "mehr Aufmerksamkeit als gedacht". Es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, "einzelne Bereiche abzuschotten", führt Trepper aus. Außerdem brauchen beide Gebäude einen zweiten Fluchtweg. Ende April hatte der Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, dass das ehemalige Feuerwehrgebäude und das dahinter gelegene Gebäude der ehemaligen DRK-Rettungswache ab Juni dazu dienen soll, die weiter steigenden Flüchtlingszahlen zu bewältigen. Am 1. Juni wird jedoch noch kein Flüchtling einziehen können.

Wie lange sich der Einzug der Flüchtlinge noch hinauszögert, steht unterdessen noch nicht fest. "Das ist noch nicht abzuschätzen", erklärt Trepper. "Wir klären gerade, wann und wie schnell wir Teile der Feuerwache nutzen können." Denkbar sei also auch, dass die ersten Flüchtlinge schon in bereits fertig renovierte Zimmer einziehen, während in anderen Bereichen noch gearbeitet wird.

Öffentlichkeit vorerst nicht erwünscht

Wie genau der Renovierungsstand momentan ist - darüber hüllt sich die Stadt Lünen in Schweigen. Die Anfragen dieser Redaktion, den Fortschritt der Arbeiten bei einem Rundgang zu dokumentieren, hat Fachdezernent Trepper wiederholt abgewiesen: "Wir bieten das nicht an, machen keinen Zwischenstand. Wir möchten das Gebäude erst zeigen, wenn es fertig renoviert wurde."


Der Erste Beigeordnete Horst Müller-Baß hatte Ende April erklärt, dass in beiden Gebäuden die sanitären Anlagen erneuert werden müssten, die Wände gestrichen und der Boden neu verlegt werden muss. In der alten Feuerwache soll am Ende Platz für 60 Flüchtlinge sein, in der Rettungswache weiterer Raum für bis zu 25 Flüchtlinge. Die Stadt reagierte mit dem Umbau auf die steigenden Flüchtlingszahlen, momentan erreichen bis zu zehn neue Flüchtlinge wöchentlich die Lippestadt.

Maximal 24 Monate

Die Neuankömmlinge sollen in den neuen Gemeinschaftsunterkünften nicht länger als 6 bis 24 Monate leben - danach sollen sie wie jetzt auch schon in dezentrale Wohnungen vermittelt werden. Auch die Lösung an der Borker Straße wird indes nicht von langer Dauer sein. Nach drei bis fünf Jahren sollen drei neue Standorte gefunden werden.