Erst Doku über Lünen, dann neuer OB von Bochum?

Wer ist der Mann, der sich als Kandidat für die Wahl zum Bochumer Oberbürgermeister am 13. September aufstellen lassen will? Wolfgang "Wölfi" Wendland ist Sänger der Punk-Band "Die Kassierer", Filmemacher - und gebürtiger Lüner. Im April kommt er in seine Geburtsstadt zurück, um einen Dokumentarfilm zu drehen.

Lünen/bochum.. Wolfgang "Wölfi" Wendland, wurde 1962 in Brambauer geboren. "Mein Vater arbeitete damals auf einer Zeche und als er ein Jobangebot aus Bochum bekam, zogen wir um", erzählt der Sänger der überregional bekannten Band "Die Kassierer".

Das war 1963. Seitdem haben sein Bruder Volker (Schlagzeuger der Band) und er ihren Geburtsort nicht mehr aufgesucht. Das soll sich aber bald ändern: "Wenn der letzte Schnee gefallen ist, will ich meinen Geburtsort einmal genauer erkunden - mit der Videokamera", verspricht der Kulturschaffende.Spätestens im April will er hier die ersten Aufnahmen für einen Dokumentarfilm über Lünen drehen.

425 Bochumer müssen unterzeichnen

Auch sonst dürfte es ihm im Moment nicht langweilig werden. Wendland und seine Band spielen zurzeit am Dortmunder Schauspiel in Johann Nestroys "Häuptling Abendwind". Und wie am Dienstag bekannt wurde, will sich Wolfgang Wendland als Kandidat für die Wahl zum Bochumer Oberbürgermeister am 13. September aufstellen lassen. 425 Bochumer müssen dafür unterzeichnen.

"Seit 1946 wird Bochum von Sozialdemokraten regiert, dassEiskirch (Thomas Eiskirch, Parteivorsitzender der SPD Bochum, Anm. d. Red.) das Rennen bei der Wahl machen wird, ist anzunehmen. Und daher habe ich in einer Runde unter Freunden meinem Ärger Luft gemacht, mich selbst als Kandidaten empfohlen."

Kanzlerkandidat bei Anarchistischer Pogo Partei

Dass die Unterstützer das für bare Münze nehmen würden, war Wendland nicht sofort klar. Erfahrung im lokalpolitischen Zirkus bringt der 53-Jährige jedenfalls mit. Während seiner Zeit als Kanzlerkandidat bei der Anarchistischen Pogo Partei (APPD) sammelte Wendland Eindrücke auf der bundespolitischen Ebene.


Als parteiloser Kandidat wurde der gelernte Werbe- und Medienvorlagenhersteller von der Partei Die Linke für die Bezirksvertretung Wattenscheid aufgestellt - und gehörte dem Gremium dort von 2009 bis 2014 an. Er trat nicht erneut an.

"Mehr Transparenz in die Politik bringen"

"Die 425 Unterstützer zusammenzubekommen, ist recht aufwendig. Das hört sich nicht nach viel an, aber einfach nur mit einer Unterschrift ist's ja auch nicht getan", schätzt Wendland seine Chancen ein, auch wirklich aufgestellt zu werden.


Sollte er tatsächlich Oberbürgermeister werden, so betrachtet der Wattenscheider die Aufgabe recht nüchtern. "Die Macht eines Oberbürgermeisters ist begrenzt, aber mein Anliegen wäre es, mehr Transparenz in die Politik zu bringen. Die Bürger sollten darüber stets im Bilde sein, was im Haushalt passiert."