Empfindliche Strafen nach Eklat um Schiedsrichter

Auf die Beschuldigten im Fall um den attackierten Schwerter Schiedsrichter kommen harte Strafen zu. Die Jugendspruchkammer Dortmund sprach das Urteil: Geldstrafen, mehrwöchige Sperren und ein Platzverbot für einen Vater und zwei Spieler der SG Phönix Eving. Uns verriet Schiedsrichter Gregor Podeschwa, wie es für ihn weitergeht.

Schwerte.. Dabei hatte dieser noch am meisten Reue gezeigt, wurde von Rudi Zorn, Leiter der Kammer, gar als "positive Überraschung" geadelt.

Vater rempelt Podeschwa an

Zur Vorgeschichte, wie sie alle Zeugen und Beschuldigten am Mittwochabend bestätigten: Podeschwa leitete am 30. März das A-Jugend-Spiel SF Sölderholz gegen Phönix Eving. Als sein Sohn in der 88. Minute hart gefoult wurde, stürmte der Spielervater auf den Platz. Auf dem Weg zu seinem Sohn rempelte er Podeschwa rüde an, daraufhin warf er zudem eine brennende Zigarette auf den Schiedsrichter. Währenddessen hatte er fortwährend Beleidigungen auf türkisch gerufen. Deswegen darf er ab sofort und für ein Jahr keine Spiele seines Sohns mehr besuchen.

Der Vater zeigte sich reuig, gab zu, was die Kammer ihm vorwarf, sagte jedoch, dass er die Zigarette nicht mit Absicht auf Podeschwa geworfen habe: "Ich will das nicht schönreden", sagte er, "aber mein Sohn wurde sehr hart gefoult. Ich habe ihn in zwölf Jahren Fußball nicht weinen sehen. Da hat er geweint."

Sechs Spiele Sperre für Sohn

Der Sohn selbst wurde für sechs Spiele gesperrt, weil er Podeschwa nach dem Foul mit "Arschloch" beschimpft hatte. Das bestätigte er in der gestrigen Verhandlung, begründete es dann mit der seiner Meinung nach schlechten Schiedsrichterleistung des gesamten Spiels.

Ein zweiter Spieler wurde für acht Spiele gesperrt. Er wollte sich am Mittwochabend nicht äußern, soll den Schiedsrichter jedoch "Hurensohn" genannt haben.

Beide Vereine akzeptierten das Urteil nach der rund anderthalbstündigen Verhandlung. Dieter Pfeifer, Jugendleiter der Evinger, betonte wiederholt, es käme ihm lediglich darauf an, dass der Vater des gefoulten Spielers nicht getreten, sondern gerempelt habe.

Schiedsrichter nimmt sich Auszeit

Gregor Podeschwa sagte: "Viel mehr geht als Strafe hier glaube ich nicht. Mir kam es darauf an, dass so etwas nicht als normal angesehen wird."

Als Schiedsrichter nimmt er bis zum Sommer erst mal eine Auszeit und überlegt dann, ob er weiter pfeifen wird. "Es macht mir ja sehr viel Spaß, aber ich muss jetzt erst mal etwas Abstand gewinnen."
Alle Parteien nahmen das Urteil der Spruchkammer an. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Lesen Sie hier das Urteil im Wortlaut:

  • Das A-Junioren-Spiel SF Sölderholz - SG Phönix Eving, Kreisliga B, Gruppe zwei vom 30. März ist mit 4:2 Toren und drei Punkten für den Verein SF Sölderholz zu werten.
  • Wegen verursachtem Spielabbruch wird der Verein SG Phönix Eving mit 50 Euro Geldstrafe belegt.
  • Der Trainer (SG Phönix Eving) wird wegen Unsportlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter mit einer Geldstrafe in Höhe von 75 Euro belegt, ersatzweise der Verein SG Phönix Eving.
  • Ein Spieler des Vereins SG Phönix Eving wird wegen Unsportlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter mit einer Geldstrafe in Höhe von 50 Euro belegt, ersatzweise SG Phönix Eving.
  • Der Sohn des ausgerasteten Vaters wird wegen Unsportlichkeit, unter Berücksichtigung seiner Vorsperre, bis einschließlich 11. Mai, jedoch höchstens für sechs Pflichtspiele, gesperrt.
  • Ein weiterer Spieler der SG Phönix Eving wird wegen Unsportlichkeit, unter Berücksichtigung seiner Vorsperre, bis einschließlich 25. Mai, jedoch höchstens für acht Pflichtspiele gesperrt.
  • Wegen Widersetzlichkeit seines Zuschauers wird der Verein SG Phönix Eving mit einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro belegt.
  • Dem Spielervater wird für die Dauer eines Jahres untersagt, die Spiele seines Sohnes zu besuchen. Ab dem 1. November wird die Platzsperre zur Bewährung ausgesetzt. Für die Einhaltung haftet der Verein SG Phönix Eving. Sollte sein Sohn den Verein wechseln, ist das der Kammer durch den Verein SG Phönix Eving anzuzeigen.
  • Für die verbleibenden Spiele der A-Junioren-Mannschaft des SG Phönix Eving wird Kreisaufsicht zu Lasten des Vereins SG Phönix Eving angeordnet.
  • Die Kosten des Verfahrens gehen zu einem Zehntel zu Lasten eines Spielers, ersatzweise der SG Phönix Eving, zu zwei Zehnteln zu Lasten des Trainers der SG Phönix Eving, ersatzweise zu Lasten der SG Phönix Eving und zu sieben Zehnteln zu Lasten des Vereins SG Phönix Eving.