Dreckig und unfertig: Neue Kritik an Flüchtlingsheim

Kaum sind die ersten Flüchtlinge an der Ernst-Gremler-Straße eingezogen, gibt es erneut Diskussionen. Dietmar Weist, Pate von zwei Flüchtlingen und in den 80er Jahren für die SPD als Ratsherr sachkundiger Bürger in Ratsausschüssen tätig (1975 bis 1991), beklagt sich in einem offenen Brief in drastischen Worten über das neue Heim. Baustellendreck, Lärm und andauernde Bauarbeiten würden die umstrittene Unterkunft nicht bewohnbar machen.

Schwerte.. Weist ist Pate von zwei Flüchtlingen aus Ägypten, die zu den ersten Bewohnern gehören, die Anfang der Woche in das Heim eingezogen sind. In einem offenen Brief an die politischen Fraktionen, die Presse und die Stadtspitze schreibt er: "Die eine Hälfte der "neuen Unterkunft", die jetzt bezogen werden sollte, war noch verschmutzt von den vorgegangenen Bauarbeiten. Die Dusche wurde gerade gefliest, in der Küche stand ein neuer Elektroherd und ein kleiner Tisch, nur eine Steckdose war vorhanden, keine Küchenarbeitsfläche. In allen zu beziehenden Zimmern gab es keine Gardinen zur Verdunkelung (volle Sicht von außen in die Zimmer). In den schmutzigen Zimmern standen je zwei Bettgestelle und ein schmaler Schrank. (…) Eine Grundreinigung war offensichtlich im gesamten Gebäude nicht vorgenommen worden."

Die Stadt räumt zwar ein, dass die Hälfte des Gebäudes noch für die weiteren Bewohner ausgebaut würde, verwehrt sich aber dagegen, dass der jetzt bezogene Teil nicht bewohnbar sei. "Wir haben das Gebäude auch zuvor gereinigt", so Stadtsprecher Carsten Morgenthal, "allerdings fiel bei den Bauarbeiten natürlich weiterer Schmutz an."

"Auf jeden Fall bewohnbar"

Anfang der Woche seien die Arbeiten abgeschlossen, dann könnten die restlichen Bewohner einziehen. Dass man das Haus gereinigt habe, davon hätten sich die Ratsmitglieder bei der Besichtigung Anfang vergangener Woche überzeugen können. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Zuweisung von neuen Flüchtlingen habe man sich entschlossen auf zwei Raten umzubauen. Der jetzt bezogene Teil des Gebäudes sei auf jeden Fall bewohnbar.

Das Flüchtlingsheim an der Ernst-Gremler-Straße war zuletzt Gegenstand einer über Schwertes Grenzen geführten Diskussion. Dabei wurde die Stadt teilweise heftig für ihre Entscheidung kritisiert, Asylsuchende in der Baracke auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Schwerte-Ost unterzubringen. Unsere Berichterstattung zum Thema: