Das Rätsel um die verschwundene Tanne ist gelöst

Erst war sie plötzlich da, mitten auf der Fahrbahn, und blockierte die Kreisstraße. Dann lag sie eine Weile im Weg herum, ärgerte die Autofahrer - und niemand wollte sie beseitigen. Die Feuerwehr nicht, und der Kreis auch nicht. Auf einmal war sie dann verschwunden, aber wie, das wusste niemand: die Tanne, die am Dienstag und Mittwoch die Straße Bürenbruch in Schwerte blockiert hat. Wir konnten das Rätsel lösen.

Ergste.. Die rund zehn Meter hohe Tanne, die auf dem Grundstück der Familie Klaus stand, war am Dienstag von Sturm Niklas umgepustet worden. Etwa gegen 16 Uhr fiel der Baum auf die Fahrbahn der viel befahrenen Verbindungsstraße nach Iserlohn und stoppte den Verkehr - zum großen Ärgernis vieler Autofahrer. Und niemand wollte den Baum beseitigen. Die Feuerwehr nicht, der Bauhof des Kreises Unna auch nicht. Beide verwiesen darauf, dass die Tanne von einem Privatgrundstück stammt - und sie daher nicht zuständig seien.

"Da haben wir es selbst in die Hand genommen", erklärt am Donnerstag Rüdiger Klaus, der mit seiner Familie auf dem Grundstück lebt, von dem die Tanne auf die Straße gekracht ist. "Ein Bekannter von uns hat einen Kettensägenschein und hat das Ding zerlegt", so Klaus. Dann hätten sie gemeinsam die größten Teile abtransportiert. Das war am späten Mittwochmittag.

Erstaunlich gelassen

Sowohl bei der Feuerwehr, bei der Stadt Schwerte und auch beim Kreis wunderte man sich zu diesem Zeitpunkt darüber, dass der Baum plötzlich weg war. Von einer "großen, spannenden Frage", sprach Stadtsprecher Carsten Morgenthal.

Rüdiger Klaus hat die ganze Aufregung um die Tanne selbstverständlich mitbekommen - allein die Feuerwehr rückte vier Mal aus, um dann unverrichteter Dinge wieder abzuziehen - aber er klingt am Donnerstag erstaunlich gelassen. "Wir wundern uns etwas", sagt er. Auch über die widersprüchlichen Informationen, die er bekommen habe. "Mir hat die Feuerwehr am Dienstagabend gesagt, es sei zu gefährlich, den Baum zu beseitigen", erinnert er sich. Er sei dann an den Betriebshof verwiesen worden. "Doch auch die waren ja nicht zuständig. Na ja, dann haben wir das Problem eben selbst gelöst."


Eine Sprecherin des Kreises Unna verwies am Donnerstag auf die besondere Situation auf den Straßen nach Sturm Niklas am Dienstag und Mittwoch. So seien Betriebshofs-Mitarbeiter an vielen Stellen im Einsatz gewesen, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Wenn Gefahr im Verzug sei, würde der Kreis als Straßenbaulastträger unverzüglich eingreifen. Auf der K33 sei dies jedoch nicht der Fall gewesen.