Das ist die neue Hüterin des Schwerter Archivs

Schwerte hat eine neue Stadt-Archivarin: Die 34-jährige Historikerin Beate Schwietz hat am 1. Juni den Posten von Udo Bleidick übernommen, der im Mai 2014 in Ruhestand gegangen ist. Wir stellen die Hüterin unzähliger Dokumente vor - auch mit einem kurzen Video.

Schwerte.. Verstaubte Akten, alte Fotos - für manchen ein Gräuel, für Beate Schwietz ein Traum. Aus dem sie einen Beruf machen konnte. Die 34-Jährige ist Schwertes neue Stadt-Archivarin.

Beate Schwietz stammt aus Castrop-Rauxel und hat in Bochum Geschichte studiert. 2008 schrieb sie ihre Magister-Arbeit zum Thema "Männlichkeitskonstruktionen in der ersten deutschen Frauenbewegung".

Pflege des Verwaltungsarchivs

Schon während ihres Studiums lernte sie die Archivarbeit kennen und schätzen, zuletzt hat sie einige Jahre im Historischen Archiv des Erzbistums Köln gearbeitet. In Schwerte hat die Mutter von zwei kleinen Kindern eine halbe Stelle.

Noch befindet sich die Archivarin in der Einarbeitungsphase: "Ich schaue mir die Bestände an, verschaffe mir einen Einblick in die sogenannten Findmittel und habe auch schon erste Anfragen bearbeitet." Pflichtaufgabe des Archivs ist die Pflege des Verwaltungsarchivs. Die Personenstandsdaten zum Beispiel werden 110 Jahre nach der Geburt, 80 Jahre nach der Heirat und 30 Jahre nach dem Todesdatum vom Standesamt ins Ruhrtalmuseum überführt. In Erbschaftsfragen ist das Archiv zum Beispiel hin und wieder gefragt - aber auch bei der Sichtung von Nachlässen von möglicherweise historischer Bedeutung.

"Keineswegs verstaubt"

Die stadtgeschichtliche Abteilung bildet den zweiten Aufgabenbereich der Archivarin. "Das ist keineswegs eine verstaubte Arbeit, wie das Klischee gern überliefert, sondern eine sehr lebendige." Für die die Castrop-Rauxelerin sich schon früh als Praktikantin im Archiv ihrer Heimatstadt begeistert hat. Dort arbeitet sie in ihrer Freizeit im Verein Kultur und Heimat mit, der regelmäßig geschichtliche Publikationen herausgibt. Wenn Familie und Beruf ihr Zeit lassen, liest Beate Schwietz gern historische Romane, da bleibt sie sich treu.

Schätze der Öffentlichkeit zugänglich machen

In Schwerte will sie sich in den nächsten Jahren darum kümmern, das Stadtarchiv ins digitale Zeitalter zu begleiten. Eine moderne Archivsoftware könnte die Suche von drinnen und draußen erleichtern und die Schätze der Öffentlichkeit leichter zugänglich machen.

Ihr Dienstsitz ist übrigens das Ruhrtal-Museum, wo sich Museumsleiter John Loftus im letzten Jahr um das verwaiste Archiv kümmern musste. Er ist froh, dass jetzt Verstärkung da ist.

In unserem kurzen Video stellt sich Beate Schwietz kurz vor: