Das große Ausräumen an der Hauptschule Wethmar

Kräftige Arme sind an der Hauptschule Wethmar in diesen Tagen gefordert. Alles muss raus. Weil die Lüner Schule geschlossen wird, werden viele Möbel und Umzugskartons in zwei Lastwagen geladen und zu anderen Einrichtungen gebracht. Die Atmosphäre an der Schule ist eine besondere. Wir haben sie eingefangen.

Wethmar.. Viele Unterrichtsräume sind schon leer geräumt, die meisten Schüler auf Klassenfahrt. 500 Kisten, davon 70 mit Akten, warten auf den Abtransport. Im Physik-Chemie-Raum findet sich ein skurriles Stillleben: Skelette von Dino und Mensch sollen zur Profilschule nach Brambauer umziehen.

Dorthin wechseln auch 80 der 90 Schüler und mit ihnen vier Lehrer. Zehn Schüler haben sich andere Schulen ausgesucht. Weil der Schulweg nach Brambauer lang ist, setzt die Stadt eine Sonderbuslinie ein.

Schulleiter Peter Hillebrand hat die Schließung generalstabsmäßig organisiert. Was noch gut ist, geht an andere Schulen oder zu Flüchtlingsunterkünften. Alles wurde sortiert und durchgesehen.

"Es ist schon traurig"

Lehrerin Heidi Grote sitzt im Lehrerzimmer an dem einzigen Tisch. "Es ist schon traurig", sagt sie. "Wir waren ein tolles Team. Ich hätte hier gerne weitergearbeitet." Nach 41 Jahren im Schuldienst und sieben Jahren in Lünen wechselt sie an die Erich-Kästner-Hauptschule nach Selm. "Alle Kollegen sind gut untergekommen", sagt Hillebrand. Zum Abschied wollen sie gemeinsam frühstücken - auswärts, weil es keine Teller mehr gibt.

Schulsekretärin Gardy Becke hat noch vieles ist zu erledigen. "Wir müssen die Schule ja besenrein verlassen", sagt sie. Die 52-Jährige wechselt ins Sekretariat der Friedrich-Ebert-Schule. Auch sie wäre gerne geblieben: "Aber jetzt schaue ich nach vorn." Hausmeister Klaus Buthmann hat noch die Schlüsselgewalt. Wenn er zum letzten Mal abschließt, geht er in Rente.

Die Turnhalle bleibt zunächst für Vereine erhalten. Was aus dem Gebäude wird, ist nach Auskunft von Jürgen Grundmann, Leiter der Schulverwaltung, noch unklar. Bei aller Wehmut lobt Schulleiter Hillebrand das Kollegium: Alle hätten sich bis zuletzt für die Schüler eingesetzt. Er selbst geht nach Schwerte - um dort in zwei Jahren die Hauptschule Eintracht zu schließen.