Das ändert sich in der Schwerter Kneipenlandschaft

Die Gastronomie-Landschaft in Schwerte ist in Bewegung: Kneipen schließen, Wirtshäuser kehren zurück - und im Osten der Stadt wird Großes für das Haus Kreinberg geplant. Wir erklären, was sich alles ändert.

Schwerte.. Welche Kneipen und Gaststätten haben geschlossen?

Endgültig Schluss ist für das Restaurant Mediterian, das Vangelis und Ilias Dalatsis vor anderthalb Jahren im früheren Haus Piwek, Am Winkelstück 6, eröffnet hatten. Die Umsatz-Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, bedauert Vangelis Dalatsis. Trotz aller Bemühungen sei die Lage seit dem Start nicht besser geworden. Jetzt eröffnet er im Dortmunder Saarlandviertel an der Ecke Landgrafen-/Chemnitzer Straße Ende Juli "Die kleine Taverne in Dortmund". Das Mediterian will Hausbesitzer Peter Piwek jetzt nicht mehr verpachten, sondern zu Wohnungen umbauen.

Ein paar Schritte um die Ecke hat Ursula Bach (75) schon Ende 2014 die Gaststätte Peukmann an der Villigster Straße 64 geschlossen. "Es lohnt sich nicht mehr", erklärt die Wirtin das Ende einer Familientradition. Der Großvater ihres Großvaters hatte die Kneipe 1819 gegründet: "Es ist traurig, aber nicht zu ändern." Villigst sei zu alt und ein Schlafdorf geworden - die jungen Leute ziehe es nicht mehr in eine Dorfkneipe.

Welche Kneipe hat wiedereröffnet?

Dem ehemaligen "Wirtshaus Krämer" an der Wannestraße 251 haben Christian Schulte und das Ehepaar Frank und Nicola Feldkamp nach vier Jahren Leerstand neues Leben eingehaucht. Es gilt als eines der ältesten Restaurants in der Region. Dort haben schon Postkutschen Station gemacht.

"Wir haben alles renoviert und gestrichen", berichtet Frank Feldkamp. Es gibt einer Wirtshaus-Speisekarte, auf der sich sogar Backhendl oder Kaiserschmarren, aber auch westfälische Spezialitäten wie Himmel und Erde oder Pfefferpotthast finden.

Jeweils 80 Sitzplätze stehen drinnen und draußen bereit, um die sich ein Team von derzeit sieben fest angestellten Mitarbeitern und einigen Aushilfen kümmert. Geöffnet ist die Küche dienstags bis freitags von 14.30 bis 22 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9.30 bis 23 Uhr. Dann werden auch Frühstück, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen serviert. Reservierung (Tel. 9 82 88 07) ist zumindest an Wochenenden ratsam.

Was ist für das Haus Kreinberg geplant?

An die großen Zeiten des Kreinbergs anknüpfen möchte die Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft (EWG), wenn nach dem Ruhestand des langjährigen Pächterpaars zur Jahresmitte eine umfangreiche Renovierung ansteht. "Der Ansatz ist, den Kreinberg so zu reaktivieren, wie er seinerzeit war", sagt das hauptamtliche EWG-Vorstandsmitglied Marcus Droll.

Wieder mit dazugehören soll der Saal für Veranstaltungen, Hochzeiten oder Jubiläen. Deshalb ließ die Genossenschaft schon vor Jahren den Vertrag mit dem Budoverein auslaufen, der den Raum als Trainingsstätte genutzt hatte. Für seine Reaktivierung ist einiges Geld in neue Technik und die Erfüllung von Brandschutz-Auflagen zu stecken.

Als Anlaufpunkt für die EWG-Mieter in der Kreinbergsiedlung möchte Droll aber auch den Thekenbetrieb aufrechterhalten. Skatclubs und Knobelclubs treffen sich hier. Ein Architekt habe einen ersten Entwurf für den Umbau gemacht, bei dem auch die angejahrten Sanitäranlagen erneuert werden.

Schon in der nächsten Woche - so Droll - liege das Expos vor, mit dem aktiv auf Betreibersuche gegangen werden kann. Der sollte sich möglichst auf das -la-carte-Geschäft und zusätzliche Veranstaltungen verstehen, aber auch eigene Ideen sind gern gesehen. "Wir sind in alle Richtungen offen", sagt Droll, der Beziehungen zu Brauereien und Getränkevertrieben spielen lassen will.

Mit dem Umbau solle erst begonnen werden, wenn der neue Pächter gefunden ist, um beispielsweise die Inneneinrichtung gemeinsam zu entwickeln. Die Genossenschaft hofft, die Verträge Ende Juni oder Juli unter Dach und Fach zu haben, die Arbeiten werden noch einmal vier bis fünf Monate in Anspruch nehmen.