Darum hängen Schuhe im Baum am Skaterpark

Nike, Vans, Adidas - lauter teure Markenturnschuhe baumeln in den Ästen des Baumes am Skaterplatz des Theaterparkplatzes. Das Phänomen baumelnder Schuhpaare wurde nicht erst in Lünen, sondern schon in vielen Städten beobachtet. Was dahintersteckt? Wir klären auf - und zeigen die Bilder.

Lünen.. Besonders in hippen Großstädten wie Berlin baumeln Schuhpaare an verschiedenen Stellen von Bäumen und auch von Straßenlampen. Mittlerweile hat sich der Trend weiterverbreitet.

An Lünens Schuhbaum hängen 17 Schuhpaare. "Das ist einfach ein Trend in der Skater-Szene", meint Jakob Kus-Wolfküler, Streetworker der Stadt Lünen, "das sind meist vom Skaten zerstörte Schuhe, die dann in den Baum geschmissen werden."

Einer der Ersten, der seine Schuhe in den Baum am Skaterpark warf, war der Skater Manuel Reithmayr. "Ich glaube, das war letztes oder vorletztes Jahr, als der neue Betonplatz fertig geworden ist." Danach hätten schnell weitere Skater nachgezogen. Und seitdem hängen sie noch da.

"Ich freu' mich, dass er bis heute hält", erzählt der 31-Jährige weiter, "als wir das Jahre zuvor schonmal probiert hatten, holte man die Schuhe relativ schnell wieder runter."

Man vermutete damals, dass sich Jugendliche einen Spaß gemacht und das Schuhwerk von Inline-Skatern in den Baum geworfen hätten, so die Männer der Feuerwehr im Jahr 2007, als sie die Schuhe mit dem Leiterwagen aus den Bäumen pflückten. "Ne Quatsch, sowas machen wir unter Skatern nicht", lacht Manuel. "Man wirft sie da hoch, weil die Sohlen von der Reibung am Gripbrett schnell durchgescheuert sind."

Aberglaube: Brauch, um Sorgen von sich zu geben

In den USA beobachtet man Bäume mit Schuhen etwa seit den 90er-Jahren. Aberglaube zufolge soll das Wegschmeißen der Schuhe ein Brauch sein, um die Sorgen von sich zu geben - so heißt es zumindest in Artikeln, die sich mit dem Hintergrund befassen. Schuhe wegwerfen bringe demnach Glück. Diese Theorie sagt weder dem Skater noch dem Streetworker etwas. "Meiner Meinung nach ist das einfach eine Tradition, für die man jetzt eine Erklärung sucht und im Nachhinein mystifiziert", so Kus-Wolfküler.