Caterpillar entlässt Leiter der Untertage-Produktion

Auf der Betriebsversammlung am vergangenen Freitag wurde noch entschieden, dass erstmal kein Mitarbeiter des Bergbauzulieferes Caterpillar entlassen wird. Einen hatte es da aber schon erwischt: Dr. Ulrich Paschedag, Leiter der Untertage-Produktion. Teile der Belegschaft wandten sich unterdessen mit einem Brief an diese Redaktion.

Lünen.. Wenige Tage, nachdem sich Geschäftsführung, Betriebsrat und die Industriegewerkschaft (IG) Metall durchweg positiv über die getroffene "Positive Zukunftsvereinbarung" geäußert haben, wurde unserer Redaktion jetzt bekannt, dass sich das US-Unternehmen nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit von Dr. Ulrich Paschedag, Leiter der kriselnden Untertage-Produktion, getrennt hat - wenige Tage vor der Betriebsversammlung am vergangenen Freitag.

Sorgenvoller Brief an die Redaktion

Auf dieser Versammlung wurde die Zukunftsvereinbarung getroffen. Ziel der Vereinbarung ist es, dass es in "naher Zukunft", in den Jahren 2015/16, zu keinem Arbeitsplatzabbau kommt. Eine Garantie dafür gebe es nicht, hieß es übereinstimmend. Caterpillar beschäftigt in Lünen 950 Mitarbeiter. Zur Personalie Paschedag machten alle Beteiligten Freitag im Gespräch mit dieser Redaktion über die Zukunftsvereinbarung keine Angaben. "Warum auch?", sagte am Montag Ulrike Kletezka, 2. IG-Metall-Bevollmächtigte in Dortmund am Montag dieser Woche auf Anfrage. Es gehöre nicht zu ihren Aufgaben, derartige Dinge zu kommunizieren.

Das sehen Teile der Belegschaft anders, die sich am Wochenende sorgenvoll in einem Brief an unsere Redaktion wandten. In dem Schreiben heißt es, dass Paschedag einfach rausgeworfen worden sei: "Er wurde den Amis wohl zu lästig. Er hat nämlich als einziger Chef versucht, den Standort Lünen zu retten." IG-Metall-Bevollmächtigte Kletezeka räumte ein, dass die Belegschaft "sehr entsetzt" auf das Ausscheiden Paschedags aus dem Unternehmen reagiert habe.

"Es hat nicht sein sollen"

Dies gelte auch für die Gewerkschaft. "Mit Herrn Paschedag verlieren wir einen verlässlichen und kompetenten Ansprechpartner. Wir hätten gerne weiter mit ihm an der Zukunft des Unternehmens gearbeitet", sagte Kletezeka.

In einer E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt, verabschiedet sich Ulrich Paschedag von den 950 Caterpillar-Mitarbeitern: "(...) Wie Sie am Montag (8. Dezember, Anm. d. Red.) erfahren haben, gehen Caterpillar und ich ab jetzt getrennte Wege. Es war nicht meine Entscheidung und ich wäre gerne in diesen schwierigen Zeiten mit Ihnen gemeinsam die großen Herausforderungen, die vor uns liegen, angegangen. Nun, es hat nicht sollen sein. (...)."

Weder die Caterpillar-Geschäftsführung noch der Betriebsrat waren für eine Stellungnahme zu erreichen. Laut Werkschutz herrscht seit Anfang dieser Woche "Betriebsruhe". Die Betriebsruhe soll, nach Angaben von Dienstag, am 5. Januar 2015 enden. Dann würden Belegschaft und Geschäftsführung wieder an die Arbeit gehen.