Burg Steinhausen brannte bereits zum dritten Mal

Nach dem Brand auf der alten Wasserburg Gut Steinhausen ermittelt die Polizei weiter zur Brandursache, viele Menschen nehmen Anteil, machen Fotos von der Ruine. In unserem Vorher-Nachher-Bild können Sie sehen, welchen Schaden das Gebäude genommen hat. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Es ist nicht das erste Feuer.
(vor dem Brand) (nach dem Brand)

Dortmund-holzen/westhofen..  So ist das Vorher-Nachher-Bild entstanden
Das alte Bild haben wir in unserem Archiv gefunden. Das neue hingegen haben wir aktuell gemacht. Dabei musste unser Reporter darauf achten, dass die Kamera möglichst haargenau den gleichen Blickwinkel erfasst.
Der Regler in unserem Foto macht die Veränderung zwischen der alten und der neuen Aufnahme sichtbar - man kann ihn einfach hin und herschieben. (Diese Funktion kann nicht auf allen mobilen Endgeräten genutzt werden.)

Nach dem Brand auf der Wasserburg Gut Steinhausen am 10. Juni wird die Brandursache weiter von Brandschutzexperten der Kriminalpolizei ermittelt. Beschädigt wurde bei dem Feuer besonders der Wehrturm, der 1628 erbaut wurde. Eine erste Erkenntnis nach der Begutachtung des Schadens war: Nur das Dach und die Zwischendecken sind abgebrannt, die ein Meter dicken Mauern sind noch stabil. Die Burg könnte theoretisch also wieder aufgebaut werden, was allerdings mehrere Hunderttausend Euro kosten könnte - der Eigentümer schätzt den Schaden auf 250.000 Euro. Autofahrer hatten den Brand entdeckt und die Feuerwehr alarmiert.

Auffällig in den ersten Tagen nach dem Vorfall: Dafür, dass hier ein abgelegenes, nicht öffentlich genutztes Gebäude gebrannt hat, nahmen ungewöhnlich viele Menschen Anteil daran. Die kleine Straße in den Feldern war jedenfalls befahren wie nie. Viele Menschen machten Fotos von der Burg-Ruine, tauschten Erinnerungen aus.

Es wäre übrigens nicht das erste Feuer, das das Gut Steinhausen überstand. Wir haben der Geschichte der kleinen Wasserburg einmal nachgespürt:

Der erste Brand 1672

Das erste Mal brannte Haus Steinhausen bereits im Jahre 1672, wie ein Aufsatz von Reinhold Stirnberg zeigt, den der Westhofener Ulrich Brinker in seinem Archiv gefunden hat. Damals waren französische Plünderer über die zugefrorene Gräfte in den kleinen Adelssitz eingedrungen und hatten Geld und anderes Inventar mitgenommen, um anschließend dem Gebäude den "roten Hahn" aufzusetzen.

Das hatten Nachbarn 1694 berichtet. Sie erzählten auch, dass die Plünderer die männlichen Bewohner "nackendt ausgezogen" hätten. Erst im Jahr 1700 errichtete man das beim Brand zerstörte Wirtschaftsgebäude und das Torhaus wieder neu. Damals waren wohl Christoph Albert von Rump und Katharina Mechthild von Mengede die Besitzer der Burg.

Der zweite Brand 1999

In den 1990er-Jahren wurde Haus Steinhausen umfangreich renoviert. Doch die neue Pracht war nicht von langer Dauer. Ganz ohne plündernde Soldaten und aus bislang immer noch ungeklärter Ursache brannte das Herrenhaus der Burg 1999 erneut nieder.

Kurze Geschichte der Burg

Die ersten bekannten Bewohner waren um 1490 der märkische Ritter Johann Nagel und seine Frau Elisabeth von Wandhof. Da sie die Burg mit in die Ehe brachte, ist der Bau vermutlich schon älter. Funde von mittelalterlichen Scherben, die Anfang der 1970er-Jahre dort gemacht wurden, lassen schließen, dass hier bereits im 13., wenn nicht sogar im 9. Jahrhundert ein befestigter Wohnplatz war. Davon ging zumindest Wilhelm Honselmann aus, dessen Aufsatz in den Hohenlimburger Heimatblättern von 1975 Westhofens Ortsheimatpfleger Lothar Meißgeier in seinem Archiv hütet.

Ursprünglich gehörten zu dem kleinen Rittersitz neben dem Torhaus, dem Wirtschaftsgebäude und dem Herrensitz auch ein Brauhaus, in dem zudem eine Schmiede untergebracht war, Ställe und eine kleine Wassermühle. Alles was man heute noch sehen kann, stammt aber nicht aus dem Mittelalter, sondern aus der Zeit nach dem ersten Feuer.

Laut dem Buch Ruhrsagen von Dirk Sondermann gibt es auch ein Sage, die sich um die Burg rankt. Sie handelt von einem Hauptmann, der einen als Geist erschienenen Bettler prügelte und dafür eine drastische Strafe erhielt.

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