Braucht Schwerte mehr öffentliche Toiletten?

Wer beim Einkaufen plötzlich ein dringendes Bedürfnis verspürt, hat ein Problem. Das einzige stille Örtchen der Innenstadt steht vor dem Bahnhof. Dekorativ zwar, aber für viele ziemlich weit ab vom Schuss. Wir haben die Schwerter auf der Straße gefragt, was sie davon halten und bitten hier auch um Ihre Meinung.

Schwerte.. Ältere Menschen oder Familien mit Kindern wissen nicht, wohin", hat der pensionierte Volksbank-Direktor Horst Weber immer wieder festgestellt.Nicht besser ergeht es den Betreibern der Marktstände. Wenn Weber am Rande des Verkaufstreibens seinen Kaffee trinkt, beobachtet er, wie sie auf die Toiletten der umliegenden Gaststätten ausweichen müssen: "Das Wassergeld zahlen die Wirte."

Oder aber, man geht ins Ruhrtalmuseum. "Das ist schon eine öffentliche Toilette geworden und kein Museum mehr", hörte Weber die Klagen der Aufsichtspersonen. Denn die angrenzende Bedürfnisanstalt an der Alten Marktschänke, nie besonders appetitlich, ist vor einem Jahr abgerissen worden. Ein weiteres WC-Häuschen am Nordwall ist schon viel länger von der Stadt verkauft und wird inzwischen von einer Veranstaltungsagentur als Lager genutzt. Der Innenstadtkern ist seitdem Toiletten-freie Zone.