Bewaffnete sorgen für Stress und dann Gelächter

Ein Schock fürs Leben und das während der Geburtstagsfeier. Eine Kundin bemerkte in Leos Backcaf zwei bewaffnete Männer, die Karten spielten und unwissentlich für eine Menge Herzrasen bei Verkäuferin Katharina Dermesch sorgten. Auftakt für einen Tag, den Dermesch wohl niemals vergessen wird.

Schwerte.. "Mir ist das Herz in die Hose gerutscht", sagt Dermesch lachend - nach dem Vorfall mit zwei bewaffneten Männern. Dass die Verkäuferin der Bäckerei an der Ostberger Straße 1 noch lachen kann, ist einem großen Missverständnis zu verdanken. Was war passiert?

Eigentlich war alles bereitet für die Feier zum fünfjährigen Bestehen von Leos Backcaf an der Ostberger Straße. Der von Bäckerei Brinker belieferte Laden war mit Luftballons drapiert, die Kunden erwartete ein Gratis-Berliner. Am späten Nachmittag kamen zwei unbekannte Männer herein, setzten sich auf die Eckbank und spielten Karten.

Pistole unter der Jacke

"Dann kam eine Stammkundin von mir herein", erzählt Dermesch. "Kurz nachdem sie weg war, rief sie bei mir an und sagte, dass die beiden Männer bewaffnet sind." Und tatsächlich habe sie bei genauerem Hinsehen Pistolen unter der Jacke erkannt. Dermesch war geschockt: "Da habe ich angefangen zu zittern."

Die Frau, die allein hinter der Theke stand, hatte sofort die Zeitungsberichte über den Waffenfund in Westhofen vor Augen und befürchtete sogleich das Schlimmste - einen Überfall. "Sie haben mir außerdem einige Fragen gestellt, beispielsweise, wann ich denn den Laden schließen würde", sagt Dermesch, der das verdächtig erschien. Ihre Stammkundin rief derweil bereits heimlich die Polizei.

Bewaffnete Männer kehrten nochmal zurück

Bevor die Beamten kamen, verließen die Männer das Caf, Dermesch ging ihnen hinterher und merkte sich, unter dem Vorwand, die Aufsteller hereinzuholen, das Kennzeichen ihres Autos. Dies gab sie auch den Polizisten, die kurz darauf ankamen. Als die Polizei wieder weg war, folgte der nächste Schock: Die beiden Männer waren zurück.

"Ich dachte, ich sterbe", sagt Dermesch, die nun langsam darüber lachen kann. Einer der Männer habe ihr gesagt, er wolle ihr hinten in der Küche etwas "erklären". Dermesch lehnte das gerade ab, da kamen die Polizisten zurück in das Caf - und fingen an zu lachen. Sie kannten die beiden Männer, es waren Kollegen in Zivil. So klärte sich die Situation doch noch auf. Die beiden Bewaffneten sagten, dass es ihnen leidtue, so Dermesch.

"Missverständnis"

Die Polizei sprach auf Nachfrage bei der Leitstelle von einem "Missverständnis". Bürger seien falsch informiert gewesen, so ein Polizei-Sprecher. Weiter wollte man den Vorfall nicht kommentieren. Einen wirklichen Überfall gab es in den fünf Jahren von Leos Backcaf noch nicht. Für Katharina Dermesch war ein falscher schon aufregend genug.