Betrüger wollen Opfer mit Datenschutz ködern

In Schwerte hat es wieder einen versuchten Telefonbetrug gegeben. Ein Mann hatte in der vergangenen Woche Gabriele Feische angerufen und sich als Vertreter eines Instituts für Datenschutz ausgegeben - und dann kräftig Beleidigungen ausgeteilt, als er merkte, dass seine Masche nicht zog.

Schwerte.. "Der war Beauftragter von irgendwas Offiziellem", erzählt Gabriele Feische. Er behauptete, es gebe seit Anfang des Jahres ein neues Gesetz, dass persönliche Daten im Internet zu löschen seien - andernfalls würde man sich strafbar machen. Für knapp 100 Euro könne der Mann das übernehmen.

Feische saß diesen Falschinformationen jedoch nicht auf, sondern fragte nach. "Daraufhin ist er ausfallend geworden und hat gesagt, ich wäre blöd und wolle ihn nicht verstehen", erzählt sie. Mehrere Minuten habe die Diskussion gedauert. Erst als ihr Mann eingeschritten sei, habe der Anrufer aufgelegt.

"Cyber-Kriminalität ist groß in Mode"

Bei der Verbraucherzentrale in Schwerte sind ähnliche Fälle schon öfter gemeldet worden. "Im vergangenen Jahr hatte ein Verbraucher die verlangten 100 Euro bezahlt", sagt Leiterin Angelika Weischer. Dieser habe aber das Geld per Nachname dem Postboten gegeben. "Da gab es keine Möglichkeit, das Geld wiederzubekommen."

"Cyber-Kriminalität ist groß in Mode", sagt auch Polizei-Sprecher Ralf Hammerl. Feische hat noch am Donnerstag Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Polizei müsse eine Anzeige vorliegen, um den Besitzer der Handynummer, die ihr im Display angezeigt wurde, ermitteln zu können.

Ansonsten könne man nicht viel machen, außer nicht auf solche Anrufe hereinzufallen, sagt Angelika Weischer von der Verbraucherzentrale. Eine Möglichkeit sei, die Nummer bei der Bundesnetzagentur zu melden. "Wenn sich viele Leute dort melden, wird sie irgendwann gesperrt."

Hier können Sie betrügerische Telefonanrufe melden. Weitere Informationen zum Thema Telefonbetrug finden Sie auf der Homepage der Verbraucherzentrale.