Betrüger prellt Lüner Ehepaar um 400 Euro

Schnäppchenpreise für hochwertige Kleidung und Gegenstände und mit dem Kauf noch etwas Gutes tun - das versprach ein Mann einem älteren Ehepaar in Lünen. Doch das war nur Abzocke. Der Täter erleichterte die Senioren um 400 Euro. Wie die Masche genau ablief, erfahren sie hier.

Lünen.. Der Herr habe ihren Vater, der schlecht zu Fuß sei, nach dem Einkauf auf der Preußenstraße in Horstmar abgefangen und ihm seine Hilfe an geboten, berichtetSilvana Willig, Tochter des betrogenen Ehepaars. Dann habe der Mann ihren Vater ein Stück in seinem Auto, einem blauen Opel‚ mitgenommen und ihm geholfen, die Einkäufe die Treppen hochzutragen.

Da habe er bereits eigene Taschen mitgenommen, sagt die Tochter. "Aus schlechtem Gewissen wollte meine Mutter den Mann, der sich so hilfsbereit erwiesen hatte, nicht vor der Tür wegschicken."

Gefälschte Markenware angeboten

In seinen Tüten brachte er Kleidung, Uhren, Bestecksets, Wolldecken, Gürtel und Portemonnaies mit. Dann habe er von seiner Familie in Italien erzählt, die er nur so selten sehe, da er nicht genug Benzingeld habe. Er pries dem älteren Ehepaar die Gegenstände an, sie seien im Wert von 4000 Euro, er überlasse sie aber für 400 Euro, so Willig.

Die angebliche Markenware des Herstellers Andrea Ermanni erwies sich nach ihrer Recherche in einer Online-Suchmaschine als bekannte Ware einer Betrugsmasche.

Verbraucherzentrale rät zur Anzeige

Solche Fälle gebe es immer wieder, erklärt die Pressestelle der Verbraucherzentrale auf Anfrage dieser Zeitung. Pia Melchert von der Verbraucherzentrale, Stabstelle Lünen, machte die Erfahrung, dass solche Betrugsmaschen häufig phasenweise aufträten.

Sie weiß auch von einem Fall in Schwerte, bei dem ein Ehepaar neulich auf ähnliche Art und Weise betrogen wurde, als sie einem Mann einen Kasten mit scheinbar echtem Silberbesteck abkauften. "Wenn es keine Kaufnachweise, keine Etiketten oder Ähnliches gibt, sollte man immer vorsichtig sein", so Melchert, "man sollte Leute nie mit zur Tür kommen lassen und den Angeboten mit einer gesunden Skepsis begegnen." Mit einer Anzeige zu regieren, sei in jedem Falle richtig.

Altbekannte Masche

"Solche Tricks sind relativ alt", erzählt Nina Vogt, Pressesprecherin der Polizei Dortmund. "Oft sprechen die Betrüger auch davon, sie hätten mit einem Onkel, oder dem Vater zusammen gearbeitet", erklärt Vogt, "so etwas sollte man immer nachforschen."

Zudem rät Vogt davon ab, hohen Summen bar und ohne Quittung zu bezahlen. Größere Sicherheit erhalte man im Einzelhandel. Man solle sich besonders auf eine Rechnung und Garantie verlassen und keine Straßengeschäfte machen.