Bei Kontrolle die Beherrschung verloren

Er hat bei einer Fahrkartenkontrolle im Zug die Nerven verloren. Dabei hatte er eine gültige Fahrkarte bei sich. Am Donnerstag hatte der verbale Angriff eines jungen Mannes aus Lünen auf eine Kontrolleurin und Polizeibeamte ein gerichtliches Nachspiel.

Lünen.. Eine harmlose Bahnfahrt mit gültigem Fahrausweis endete für einen 20-jährigen Lüner vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Lünen. Die Anklage lautete auf Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Unbeherrschte Reaktion

Im Oktober 2012 war der junge Mann am frühen Morgen von einer Kontrolleurin im Zug nach Dortmund aufgefordert worden, seinen Fahrausweis zu zeigen. Der steckte in seinem Portemonnaie hinter einer Folie und war für die Kontrolleurin wohl schlecht zu erkennen.

Sie forderte ihn auf, den Ausweis herauszuholen. Das empfand der junge Mann als Zumutung, schließlich war er schon öfter kontrolliert worden, ohne den Ausweis herausnehmen zu müssen.

Er weigerte sich und beschimpfte die Kontrolleurin auf üble Weise. Am Dortmunder Hauptbahnhof wartete schon die Polizei auf ihn, denn so wollte die Kontrolleurin nicht mit sich umspringen lassen und hatte die Ordnungshüter verständigt.

Handgreiflichkeiten

Die Beamten nahmen das Portemonnaie an sich und das Ticket heraus. Wieder reagierte der Angeklagte völlig überzogen und unbeherrscht. Er titulierte die Beamten als Witzfiguren und überzog sie mit Schmähungen, was zur Folge hatte, dass die ihn mit auf die Wache nahmen. Ohne eine Bestätigung für seinen Arbeitgeber, als Entschuldigung für seine Verspätung, wollte er die Wache nicht verlassen. Als die Beamten ihn vor die Tür setzen wollten, kam es zu Handgreiflichkeiten, die ihm den Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte einbrachten.

Eigentlich hätte ihm das eine Gefängnisstrafe eingebracht, weil zurzeit noch eine zehnmonatige Bewährungsstrafe läuft, doch wegen seinem Ausbildungsplatz und einer unheilbaren Erkrankung sah das Gericht davon ab.

Er muss noch im August 25 Stunden Freizeitarbeit leisten, damit er im September wieder an die Arbeit kann.