Beginenhof in Schwerte feiert zehnten Geburtstag

Ein eigenes, gemeinsames Leben, selbstbestimmt und im Kreis von Frauen - das ist ihr Ziel. Deshalb haben Frauen 2005 in Schwerte einen neuen Beginenhof gegründet. Im Video blickt eine der Gründerinnen zurück auf diese Zeit - und nach vorne auf die Feier zum zehnten Geburtstag.

Schwerte.. Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben im Kreis von Frauen hat am Anfang des Jahrtausends in Schwerte eine Initiative zur Gründung von Beginenhöfen ins Leben gerufen. Schon am 1. Juli 2005 zogen 13 Frauen und fünf Kinder in den ersten neuzeitlichen Beginenhof am Kiebitzweg 2 in Ergste. Ein paar Tage zuvor war an der Schützenstraße der Grundstein für den zweiten Beginenhof gelegt worden, in den später zwölf Frauen und drei Kinder zogen.

Die Initiative zum Bau der beiden Beginenhöfe war von Irmtraud Ruder und Lore Seifert ausgegangen. Sie gründeten mit Gleichgesinnten 2001 einen Förderverein, der inzwischen 56 Mitglieder zählt. Die Gründerinnen waren davon überzeugt, dass die Situation alleinerziehender und allein lebender Frauen Alternativen des gemeinschaftlichen Wohnens brauchte, das mittelalterliche Modell der Beginenhöfe in Flandern diente als Denkanstoß.

Gemeinschaftliches Arbeiten, soziale Hilfen

Analog zu dem heute modern anmutenden Prinzip der mittelalterlichen Beginenhöfe, die eigenständiges Wohnen, gemeinschaftliches Arbeiten, soziale und karitative Hilfen in ihrer jeweiligen städtischen Umgebung verwirklichten, sind diese beiden Wohnprojekte entstanden. Generationsübergreifendes Miteinander bestimmt den Alltag in beiden Beginenhöfen.

Die Gründerinnen sind heute noch dankbar für die Bereitschaft der Investoren, in Ergste die Dortmunder Firma Derwald, in Mitte die Schwerter Wohnungsbau Genossenschaft, die zusammen mit den Frauen des Vereins, die Häuser planten und baulich umsetzten. Auch von der Stadtverwaltung, so erinnert sich Irmtraud Ruder, habe die Planungsgruppe hervorragende Unterstützung für ihre Ideen bekommen.

Feier zum zehnten Geburtstag am 26. Juni

Irmtraud Ruder, die zehn Jahre im Vorstand des Dachverbandes der Beginen wirkte, konnte mit großer Freude erleben, wie seit dem Ende der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts in kurzer Zeit in Deutschland 14 neue Beginenhöfe entstanden - möglich gemacht durch tatkräftige Eigeninitiative der Gründerinnen in ehrenamtlicher Arbeit.

Am Freitag, 26. Juni, wollen die Initiatorinnen, Bewohnerinnen, Vereinsfrauen, Unterstützer und Vertreter zahlreicher Beginenhöfe von Bremen bis Unna mit über 100 angemeldeten Gästen an beiden Standorten das Jubiläum feiern.