Bedrohungen sind in Blaulicht-Berufen der Alltag

Die angekündigte Einführung eines Sicherheitsdienstes in der Notaufnahme des Lüner Klinikums hat für viele Reaktionen gesorgt. Und auf ein Problem aufmerksam gemacht, das offenbar weitreichend ist. Beschimpfung und Bedrohungen seien in Blaulicht-Berufen Alltag geworden, sagt Lünens Feuerwehrchef.

Lünen.. Feuerwehrchef Alfred Krömer berichtet von Rettungshelfern, die unter Prügeln und Pöbeleien Patienten versorgen müssen. Schaulustige versperrten den Weg und Angehörige behinderten Rettungsmaßnahmen. Zunehmend aggressives und respektloses Verhalten schlage der Feuerwehr am Einsatzort entgegen.

Er pflichtet Klinikchef Axel Weinand bei, der jüngst Probleme in der Notaufnahme öffentlich machte. Er will abends und nachts einen Sicherheitsdienst im Klinikum einrichten. "Ich kann ihm nur zustimmen", sagt Krömer. "Die Probleme, die er im Krankenhaus hat, haben wir schon auf der Straße."

Auch bei der Polizei sei das ein Thema, so Sprecherin Cornelia Weigand. In den Jahresdienstbesprechungen der letzten drei Jahre hat Krömer auf die Entwicklung hingewiesen. "Verbale Entgleisungen sind fast an der Tagesordnung", erklärt er. Auf die Arbeit der Kollegen würde vor Ort kaum Rücksicht genommen.

Platzverweise und Polizei-Unterstützung

Manchmal müssten sogar Platzverweise erteilt oder die Polizei zu Hilfe gerufen werden. Er erinnert sich an einen Fall, als die Feuerwehr einen eingeklemmten Verletzten aus einem Auto retten wollte. "Da sind die Angehörigen über die Einsatzkräfte gesprungen."

Krömer berichtet, dass der Rettungsdienst stärker betroffen sei als die Feuerwehr. Die sei mit mehreren Mann vor Ort. Die Rettungssanitäter kommen zu zweit. Die Entwicklung habe in den letzten Jahren zugenommen, sagt er - seit 42 Jahren ist der Feuerwehrchef im Dienst. In den Einsatznachbesprechungen würde darüber diskutiert, es gäbe auch Schulungen. Als Lösung nennt Krömer vor allem Aufklärung in Schulen und Kindergärten. "Man muss schon ganz früh anfangen."