Bahnkabel: Für Diebstahl in Lebensgefahr begeben

Metalldiebe haben sich in der Nacht zu Mittwoch an einer 15.000-Volt-Oberleitung an einem Bahnübergang in Lünen zu schaffen gemacht. Ein Güterzug bremste zwar, riss aber Teile der Leitung herunter - eine Gefahr für Täter und Zugführer gleichermaßen.

Lünen.. Dass Buntmetalldiebe immer dreister werden und sich bisweilen auch in Lebensgefahr begeben, musste in der Nacht zu Mittwoch, 11. Februar, der Zugführer eines Güterzuges feststellen. Wie die Bundespolizei mitteilt, hatten sich die Täter zwischen23.30 und 0.30 Uhran der Güterzugstrecke zwischen Waltrop und Lünen zu schaffen gemacht - in der Nähe des Bahnübergangs Verbandstraße.

Mit laut Polizei "eigens angefertigtem Werkzeug" versuchten die Diebe, im Bereich der Oberleitung Metallseile zu stehlen - und setzten sich dabei einer Voltzahl von 15.000 aus. "Durch diese kriminelle Handlung begaben sich der oder die Täter in Lebensgefahr", schreibt die Bundespolizei. Die Oberleitung müsse für einen tödlichen Stromschlag ja gar nicht berührt werden. Eine Annäherung von unter 1,5 Metern könne ausreichen.

Keine Auswirkungen auf Personenverkehr

Der Zugführer erkannte die Gefahr und bremste den Zug ab, riss dabei allerdings Teile der mittlerweile instabilen Oberleitung herunter. Wie hoch der Schaden ist? Nach ersten Schätzungen geht die Polizei von mehreren Tausend Euro aus. Die genaue Schadenshöhe kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Einsatzkräfte der Bundespolizei fahndeten im Bereich Lünen nach Tatverdächtigen, blieben jedoch erfolglos. Am Tatort konnten Spuren und auch das Tatwerkzeug sichergestellt werden.

Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Diebstahls und des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. "Zu Einschränkungen im Personenverkehr kam es aber nicht", sagte am Mittwoch Volker Stall von derBundespolizeiinspektion Dortmund auf Anfrage dieser Redaktion. Lediglich der Güterverkehr sei betroffen gewesen.

Am Tatort konnten Spuren und auch das Tatwerkzeug sichergestellt werden. Zu diesem Werkzeug machte Volker Stall auf Nachfrage keine Angaben - aus "Sorge vor Nachahmern".

Zeugen gesucht
Zeugen, die Hinweise zu Personen oder Fahrzeugen geben können, die im Bereich des Bahnübergangs Verbandstraße, Auf der Rühenbeck oder der Dortmunder Straße aufgefallen sind, werden gebeten, sich bei der Bundespolizei zu melden. Kostenfreie Servicenummer: (0800) 6 888 000.