B54-Ausbau in Lünen wird nicht vor 2020 fertig

Geduld ist seit Jahren eine ebenso gefragte wie strapazierte Tugend für staugeplagte Pendler zwischen Lünen und Dortmund. Doch jetzt endlich nimmt der weitere Ausbau der B54 auf Lüner Stadtgebiet Fahrt auf. Bis es soweit ist, müssen die Autofahrer aber weiter Geduld beweisen - mindestens fünf lange Jahre.

Lünen.. Bei optimistischer Betrachtung rechne er mit fünf Jahren bis zur Verkehrsfreigabe. Das sagte Christoph Neumann, Abteilungsleiter Planung im Landesbetrieb Straßen NRW, am Dienstagabend im Lüner Stadtentwicklungsausschuss. Dort stellten drei Vertreter der Behörde die Pläne vor. Fünf Jahre, das hieße 2020. Neumann sagte aber auch, die Prognose gleiche einem Blick in die Glaskugel.

Auf einer Länge von 2,73 Kilometern will Straßen NRW die Dortmunder Straße (B54) zwischen dem Knoten B236 und der Bahnbrücke hinter der Einmündung Kupferstraße durchgehend vierspurig ausbauen. Einen Kostenrahmen von 10,58 Millionen Euro habe der Bund dafür genehmigt. Das Projekt steht unter "vordringlichem Bedarf" im Bundesfernstraßenplan, wartet aber trotzdem seit vielen Jahren auf seine Realisierung. Immer wieder gab es Verzögerungen im Planungsprozess.

Klagen würden Prozess weiter verlangsamen

Nun aber geht es einen entscheidenden Schritt voran: Noch am April will Straßen NRW die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg beantragen. Die Pläne für den Ausbau werden voraussichtlich noch vor den Sommerferien 2015 in Lünen und Dortmund öffentlich ausgelegt. Im Rahmen des Verfahrens können Betroffene - zum Beispiel Anwohner, Kommunen, Verbände - ihre Bedenken und Anregungen vortragen.

Am Ende des voraussichtlich zwei Jahre währenden Verfahrens erhofft sich Straßen NRW einen Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft. Anschließend vergeht nach Einschätzung von Straßen NRW noch ein Jahr für die Ausführungsplanung, dann wird etwa zwei Jahre lang gebaut. Es sei denn, es gehen Klagen ein, die das gesamte Projekt verzögern könnten. Das ist eine der Unwägbarkeiten.

Planungen: 3000 Fahrzeuge mehr pro Tag

Bis zu 30.000 Fahrzeuge pro Tag befahren die Hauptverkehrsachse zwischen Lünen und Dortmund heute. Nach dem Ausbau rechnet Straßen NRW mit bis zu 33.000 Fahrzeugen pro Tag. Anwohner und Kleingärtner sollen durch zwei Lärmschutzwände geschützt werden. Die für die Kleingärtner der Anlage Buchenberg ist 100 Meter lang und 2,50 Meter hoch geplant, die für die Anwohner im Bereich Buchenweg/Im Wiesengrund 260 Meter lang und 5 Meter hoch. Die Kleingärtner bekommen zwar Lärmschutz, müssen aber auch Parzellen opfern für die Verbreiterung der Fahrbahn.

Bei der Information im Ausschuss am Dienstag ging es um das große Ganze: Bei Fragen der Politiker zu Details, wie zum Beispiel die Gestaltung der Einmündungen, die Anbindung von Fuß- und Radwegen, die Möglichkeit von Kreisverkehren oder die Barrierefreiheit für blinde und gehbehinderte Menschen, verwiesen die Behörden-Vertreter auf die Ausführungsplanung. Die Stadt Lünen werde ihre Interessen und Forderungen im laufenden Verfahren einbringen, kündigte der zuständige Beigeordnete Matthias Buckesfeld an.

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