Autofahrerin nicht schuld an Tod von Neunjährigem

Es war ein tragischer Unfall: Ein neunjähriger Junge wurde in Lünen Ende September 2014 von einem Auto überrollt. Er starb drei Tage später. Die Staatsanwaltschaft hat nun das Verfahren gegen die Autofahrerin eingestellt. Ein Gutachter besagt: Sie trifft keine Schuld.

Lünen.. Was am 29. September 2014 auf der Jägerstraße in Lünen in Höhe des Rewe-Marktes geschah, ist der Albtraum jedes Autofahrers: Ein kleiner Junge geriet mit seinem Fahrrad auf die Fahrbahn - eine Autofahrerin aus Dortmund überrollte den Neunjährigen. Drei Tage später erlag der Junge seinen Verletzungen.

Verfahren ist eingestellt worden

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte daraufhin einGutachten zu dem tödlichen Unfall in Auftrag gegeben. Es ging darum, den genauen Unfallhergang zu ermitteln - und darum, die Schuld der Autofahrerin zu klären.

Mitte Januar ist das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen die Frau eingestellt worden. Das teilte am Montag, 26. Januar, auf Anfrage Staatsanwältin Sandra Lücke mit. Das Gutachten, in welchem Zeugenaussagen verarbeitet wurden, komme zu dem Ergebnis, dass der Unfall seitens der Autofahrerin nicht vermeidbar gewesen sei.

Dem Gutachten zufolge fuhr der Junge entgegen der Fahrtrichtung des Autos mit seinem Rad auf dem Bürgersteig. Als er zu Fall kam, befand er sich fast auf Höhe der Autofahrerin. Die Frau habe nicht mehr reagieren können. "Tragischerweise hat dann der Bremsweg nicht mehr ausgereicht", so Lücke.

Bürger und GFL forderten Entschärfung

Der folgenschwere Unfall hatte in Lünen zu Diskussionen geführt. Es ging im Kern um die Bushaltestelle vor dem Rewe-Markt, die den Seitenstreifen deutlich verengt. Der Junge war mit seinem Fahrrad gegen den Mülleimer neben der Bushaltestelle gefahren und daraufhin gestürzt.

Die GFL hatte seinerzeit gefordert, die Situation zwischen Supermarkt und Bushaltestelle zu entschärfen. Als eine Möglichkeit dazu wurde die Verlegung des Wartehäuschens genannt.

Auch Bürger aus Lünen-Süd hatten Ende Oktober mit einer Unterschriftenliste (749 Unterschriften) an den Bürgermeister die Verlegung der Bushaltestelle gefordert. Sie forderten zudem auch die Einrichtung einer Tempo-30-Zone zwischen Overbergschule und der Bäckerei Schulte.

Stadt prüft Tempo-30-Zone

Die Stadt wartet derzeit noch auf die schriftliche Fassung des Gutachtens der Staatsanwaltschaft. Das sagte am Montag Frank Knoll, persönlicher Referent des Bürgermeisters. Die Stadt prüfe aber derzeit schon die geforderte Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf ihre Machbarkeit; auch weitere Maßnahmen wie die Verlegung der Haltestelle würden untersucht.

Zudem nehme die Verwaltung weiterhin die Verkehrssituation entlang der gesamten Jägerstraße unter die Lupe - es laufe etwa eine Verkehrszählung.

Die Verkehrssituation an der Jägerstraße soll dann am 18. Februar im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung thematisiert werden, sagt Knoll.