Abwasser wird in Lünen teurer - aber nur leicht

Ein bisschen was geht immer, sagt der Volksmund. Für die Lüner Haushalte bedeutet dies: Die Abwassergebühren steigen erneut im kommenden Jahr - allerdings nicht so stark, wie ursprünglich geplant. Mit unserem Gebühren-Rechner können Sie herausfinden, was Sie im kommenden Jahr zahlen müssen.

Lünen.. Um 4,8 Prozent wollte der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL)die Gebühren für den Musterhaushalt nach Rechnung des Bundes der Steuerzahler (200 Kubikmeter Abwasser, 130 Quadratmeter bebaute/befestigte Fläche) für 2015 erhöhen. Jetzt steigen sie auf dieser Datenbasis um 3,97 Prozent. Darauf verständigte sich der SAL-Verwaltungsrat am Dienstag in seiner außerordentlichen Sitzung im Rathaus.

In absoluten Zahlen steigt die Schmutzwassergebühr je Kubikmeter von 2,36 Euro (2014) auf 2,47 Euro statt 2,50 Euro. Für das Regenwasser werden nach 1,27 Euro (2014) im kommenden Jahr 1,28 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche fällig. Geplant waren zunächst 1,29 Euro.

Mit unserem Gebühren-Rechner können Sie herausfinden, was Sie im kommenden Jahr für Abwasser und Müllabfuhr zahlen müssen: Es war ein Novum in der langjährigen SAL-Konzerngeschichte, dass eine geplante Gebührenerhöhung "nicht einfach so" vom Verwaltungsrat, dem Aufsichtsgremium des städtischen Entsorgers, durchgewunken wurde. Der erste Anlauf zur Gebührenerhöhung Anfang des Monats scheiterte, weil einige Verwaltungsratsmitglieder "noch deutlichen Informationsbedarf" sahen.

"Freundliche und konstruktive Gespräche"

Angestoßen wurde die Diskussion in der Sitzung am 3. Dezember von dem CDU-Ratsmitglied Karsten Niehues. Ihm sprangen Dieter Klecha (Freie Wähler) und Otto Korte von der Wählermeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) zur Seite. Es könne doch nicht sein, hatten die Kommunalpolitiker unisono erklärt, "automatisch jedes Jahr an der Gebührenschraube zu drehen".

Daraufhin sagte SAL-Vorstandschef Claus Externbrink zu, die Ratsfraktionen zu besuchen und ihre Fragen zu beantworten. "Die Gespräche sind freundlich und konstruktiv verlaufen", sagte Externbrink am Dienstag vor der Sitzung. Freundlich ging es dann auch in der Sitzung zu. Niehues, Klecha und Korte bedankten sich beim SAL-Chef für die "Nachjustierung" bei der Gebührenanhebung.

Laut dieser Nachjustierung rechnet SAL für 2015 nur noch mit einem von 19,48 auf 19,26 Millionen Euro reduzierten Gebührenbedarf. Die eingesparten etwa 220.000 Euro ergeben sich auch durch Kürzungen bei den EDV-Kosten und Inspektionskosten für Entwässerungsanlagen.