A45: Standstreifen kann jetzt als dritte Spur dienen

Ab sofort darf der Seitenstreifen auf der Autobahn 45 mitbenutzt werden. Zumindest dann, wenn die großen Lichtertafeln dies erlauben. Bereits vor zwei Jahren waren die Schilder und die zugehörigen 14 Kameras hier aufgebaut worden. Doch bis zur Freigabe dauerte es.

ERGSTE.. Bevor hier der Verkehr dreispurig fahren durfte, musste erst die marode Ruhrtalbrück saniert werden. Denn die Erkenntnis, dass die Brücke nicht ausreichend standfest ist, fiel genau in den Bau der Anlage.

Seit Donnerstag, 11. Dezember, läuft aber alles nach Plan. Zwischen der Anschlussstelle Schwerte/Ergste und dem Westhofener Kreuz in Fahrtrichtung Dortmund sei jetzt eine weitere "Temporäre Seitenstreifenfreigabe" in Betrieb genommen worden, wie es der Landesbetrieb Straßen NRW in schönstem Planerdeutsch formulierte.

Insgesamt acht Kilometer zusätzliche Spur

Autofahrer könnten nun zu Spitzenzeiten den Seitenstreifen durchgehend auf dem insgesamt etwa acht Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Kreuz Hagen und Westhofener Kreuz als zusätzliche Fahrspur nutzen.

Die 14 Videokameras liefern der Verkehrszentrale des Landesvetriebs einen kontinuierlichen Überblick über die Verkehrslage. Auf der A45 in diesem Bereich sind täglich rund 83.000 Fahrzeuge unterwegs. Ist die Lage auf der Autobahn angespannt - in der Regel ist das vor allem morgens und nachmittags zur Rushhour der Fall - geben die Mitarbeiter den Seitenstreifen zeitweise frei, um für einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss zu sorgen.

Das funktioniert allerdings nur, wenn sich keine liegengebliebenen Fahrzeuge auf dem Seitenstreifen befinden. Bei Probelauf im Dezember 2012 passierte genau das und man musste die Anlage wieder abstellen.

30 Prozent Autos mehr als Kapazität

Erfahrungen mit anderen Telematikanlagen dieser Art zeigen, dass eine "Temporäre Seitenstreifenfreigabe" die Kapazität einer Autobahn um bis zu 30 Prozent steigern kann.

Insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen bislang drei solcher Streckenabschnitte, in Westfalen ist das Projekt bislang einmalig.