82-Jährige überlässt Betrügern ihr Erspartes

Auf eine besonders perfide Variante des sogenannten Enkeltricks ist eine alte Dame aus Schwerte hereingefallen. Vier Männer aus Bremen brachten die gutgläubige Frau um ihr gesamtes Erspartes. Am Donnerstag hat das Schöffengericht Hagen einen der Drahtzieher zu drei Jahren Haft verurteilt.

Schwerte/hagen.. Im Mai vergangenen Jahres erhielt eine 82-jährige Schwerterin einen schockierenden Anruf: Ihre Nichte sei in England schwer verunglückt und brauche dringend Geld, um die Arztkosten und das Krankenhaus bezahlen zu können. Ein Mann, der sich Robert nannte, gab sich am Telefon als Ehemann der Nichte aus. Er forderte dreist, dass die Frau ihm so schnell wie möglich insgesamt 3600 Euro überweisen müsse.

Völlig in Aufruhr und Sorge ging die alte Dame darauf ein und überwies das Geld. Aber die Kriminellen ließen nicht locker und überzogen die Schwerterin in den folgenden drei Tagen mit Telefonterror. Ihre Forderungen wurden dabei immer unverschämter: Schon am nächsten Tag wollte "Robert", dass die Frau 8000 Euro zahlen solle und dann noch einmal 6000 Euro. Hilflos und massiv unter Druck gesetzt, tat die Frau, was die Verbrecher wollten und machte Umschläge mit Bargeld fertig, das sie aus einem kleinen Versteck in ihrem Haus holte. Der Angeklagte und zwei weitere Betrüger reisten nämlich am 3. Mai an, um das Geld in Empfang zu nehmen.

21-Jähriger verpfiff Haupttäter

Der 45-jährige Angeklagte hatte einen 21-jährigen angeheuert, der mittlerweile in einem getrennten Verfahren verurteilt worden ist. Er erhielt "für ein bisschen Schauspielerei" 200 Euro, während der Angeklagte und vermutlich auch andere Kriminelle aus seinem Umfeld sich die rund 18.000 Euro der Schwerterin einstrichen. Kurz nach seiner Festnahme verpfiff der junge Mann den 45-jährigen Bremer.

Das Schöffengericht Hagen fand in der Urteilsbegründung drastische Worte. "Alte Frauen um ihr Geld zu bringen, muss man als ziemlich verrottet bezeichnen. Was Sie der Frau im Hinblick auf ihr Alter angetan haben, ist massiv!"