700 illegale Waffen in Schwerter Haus gefunden

700 illegale Waffen und 2,2 Tonnen Munition hat die Zollfahndung in einem Haus in Schwerte gefunden. Den Sensationsfund präsentierte die Behörde am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Es könnte sich um den bislang größten Waffenfund in Deutschland handeln. Der Waffenhändler ist sich unterdessen keiner Schuld bewusst.

Schwerte.. Waffen vom Keller bis zum Schlafzimmer: Ein riesiges, illegales Lager hatte ein 54-jähriger Familienvater in einem Einfamilienhaus in einem Wohngebiet nahe der Autobahn 1 angelegt. Seit 35 Jahren ist der Mann im Waffengeschäft tätig ist, bietet Gewehre und Pistolen im Internet an - besonders über die Online-Plattform eGun. Der Schwerter kauft überwiegend Waffensammlungen auf und vermarktet diese dann im In- und Ausland weiter.

Mann ist sich keiner Schuld bewusst

Der Mann ist sich keiner Schuld bewusst, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont: "Ich habe eine Waffenhandelsgenehmigung und hatte bis vor kurzem auch ein Gewerbe dafür angemeldet."

Hans-Joachim Brandl, Leiter des Zollfahndungsamtes, gab hingegen an, der Schwerter habe ohne Genehmigung mit den Waffen gehandelt. Bereits vor 13 Jahren hätte er seine Waffenhandelsgenehmigung verloren, hieß es. Vielmehr habe der Beschuldigte die Handelsgenehmigung eines Freundes genutzt.

Bei der Razzia am 18. März hatten die Ermittler "ihren Augen nicht getraut", wie es in einer Mitteilung hieß: Bereits an der Garderobe im Flur hätten ungesicherte Gewehre gelehnt. In Wohnzimmer und Küche hätten Waffen auf den Tischen und auf dem Boden gelegen, im Keller versperrten sie den Weg zur Waschmaschine, die Schränke seien hoffnungslos überfüllt gewesen, Munition sei lose in Eimern gelagert worden.

Auch ein Schießstock und ein Stockdegen seien gefunden worden. Munition und Waffen hätten direkt nebeneinander gelegen - was gesetzlich streng verboten ist. Besonders unverantwortlich: Der überwiegende Teil der scharfen Munition sei in dem Haus direkt neben einer Ölheizung gelagert worden. "Unvorstellbar, wie ein Mensch aus Gewinnsucht seine Familie und seine Nachbarn derart unverantwortlich in Gefahr bringen kann", so Ruth Haliti, Pressesprecherin des
Zollfahndungsamtes Essen.

Wohl der größte Waffenfund in Deutschland

Dass er zu diesem Zeitpunkt derart viele Waffen und Munition besessen habe, sei Zufall, so der Schwerter. Und dass viele der Waffen beim Eintreffen des Zollfahndungsamtes im Wohnzimmer lagen, sieht der Familienvater nicht als Problem an: "Ich war schließlich zuhause", so der Waffenhändler.

Wie groß der Fund tatsächlich war, präsentierte das Zollfahndungsamt am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Essen: In dem Haus konnten insgesamt 700 Waffen sowie 2,2 Tonnen Munition und Schwarzpulver sichergestellt werden. Es könnte sich also um den bislang größten Waffenfund in Deutschland handeln.

Haus wurde für "unbewohnbar" erklärt

Nach dem Vorfall sei er zwar vorläufig festgenommen, aber anschließend wieder freigelassen worden, so der Schwerter. Sein Haus wurde zeitweise für unbewohnbar erklärt. Es musste nachts von den Fahndern gesichert und bewacht werden.

Neben dem unerlaubten Handel mit erlaubnispflichtigen Waffen, Waffenteilen und Munition muss sich der Beschuldigte auch wegen der unsachgemäßen Lagerung der Waffen und Munition sowie von rund einem halben Kilogramm "Schießpulver" verantworten. Das Gewerbe hat er nach eigenem Bekunden nach dem Zugriff des Zollfahndungsamts abgemeldet. Die Ermittlungen dauern an.

(mit Material von dpa)