Kurzfilm-Festival

Filme anderer Art erleben

15.05.2012 | 16:05 Uhr
Filme anderer Art erleben
Marlen Korn (links) und Jessica Manstetten (rechts) sprachen mit ZeusPower-Reporterin Katharina Draub über das Programm der „Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen“. Fotos (2): Stephanie Draub

Oberhausen.   An einem frühlingshaften Sonntagabend standen bei den „Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen“ unter anderem die Musikvideos (MuVis) auf dem Spielplan. Marlen Korn, Leiterin des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, und Jessica Manstetten, Organisatorin der Musikvideo-Programme, sprachen mit ZeusPower-Reporterin Katharina Draub.

An einem frühlingshaften Sonntagabend standen bei den „Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen“ unter anderem die Musikvideos (MuVis) auf dem Spielplan. Marlen Korn, Leiterin des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, und Jessica Manstetten, Organisatorin der Musikvideo-Programme, sprachen mit ZeusPower-Reporterin Katharina Draub.

Wie würden Sie mit einem kurzen Statement die Kurzfilmtage beschreiben?

Marlen Korn: Die Kurzfilmtage sind das älteste und bekannteste Kurzfilmfestival Deutschlands oder sogar weltweit. Dieses Jahr feiern wir das 50-jährige Oberhausener Manifest, das ist ein bedeutendes Dokument in der Filmgeschichte. Anfang der 1960er Jahre hat sich eine Truppe zusammengefunden, die meinte, dass Filme nicht mehr aktuell seien und man nun beispielsweise den Umgang mit Schauspielern oder die Kameraführung ändern müsse. Zudem findet zum 35. Mal das Kinder- und Jugendprogramm statt. Dabei wird ein Programm für die Altersgruppe der Drei- bis 16-Jährigen gezeigt. Dieses Jahr werden 41 Filme aus 21 Nationen vorgestellt.

Was genau ist Ihre Aufgabe bei den Kurzfilmtagen?

Marlen Korn: Ich bin für das Programm der Kinder- und Jugendfilmwettbewerbe verantwortlich. Das heißt, ich muss gucken, dass genug Filme eingereicht werden. Und ich bestelle Filme, die auf anderen Festivals liefen und interessant scheinen. Dann bereite ich die Sichtung vor, wo dann eine Auswahl aus den ungefähr 500 eingereichten Filmen getroffen wird. Außerdem lade ich später die Produzenten, Filmemacher oder Regisseure ein und kümmere mich nebenbei noch um verschiedene Druckerzeugnisse, wie unser Kinder- und Jugendfilmmagazin und den Festivalkatalog. Während der Festivaltage schauen wir zudem, dass alles richtig abläuft. Wenn dann einige Filmemacher hier sind, gucken wir, dass sie ihren Weg ins Kino finden und sich wohl fühlen.

Jessica Manstetten: Ich mache das gleiche für die Musikvideo-Programme. Die Kurzfilmtage haben drei Musikvideo-Programme. Zum einen gibt es einen Preis für das beste deutsche Musikvideo, ein Programm für internationale Musikvideos und im Rahmen des Jugendkinos auch ein MuVi-Programm ab 14 Jahren.

Marlen Korn: DasMuVi-Programm ist auch quasi unsere Schnittstelle, weil wir das gemeinsam organisiert haben.

Wie kamen Sie dazu hier mitzuwirken und zu arbeiten?

Marlen Korn: Also ich habe Medienwissenschaft studiert und mich später auf diese Stelle hin beworben.

Jessica Manstetten: Bei mir fing es mit dem Übersetzen von Texten an. Einige Filme sind ja in anderen Sprachen und die werden vorab übersetzt und dann werden sie eingesprochen. Das heißt, man sitzt in einer Kabine, hat die Texte vor sich und liest synchron zum Film, während er läuft. So habe ich hier angefangen und irgendwann wurde ich dann gefragt, ob ich beim MuVi-Preis mitmachen möchte.

Wie werden denn die Filme ausgewählt?

Marlen Korn: Insgesamt gibt es ungefähr 500 Filme, welche für Jugendliche und Kinder in Frage kommen. Dann trifft sich eine fünfköpfige Kommission, deren Mitglieder sich die Filme untereinander aufteilen. Jeder guckt sich zum Beispiel 100 Filme an und entscheidet sich für ungefähr 20 Kurzfilme. Die werden dann noch einmal mit allen zusammen angeguckt. Dann fällt die endgültige Entscheidung.

Was könnte Jugendliche dazu animieren, das Kurzfilmfestival zu besuchen und sich die Filme anzuschauen?

Marlen Korn: Das ist mal eine ganz andere Art von Kino. Hier gibt es ja nur Kurzfilme zu sehen, das ist etwas ganz Spezielles, da man die Filme so nicht im Fernsehen oder im Kino sieht. Zudem ist das Programm bunt gemischt, da es beispielsweise Animationsfilme, Spielfilme und auch Dokumentarfilme enthält.

Was soll mit dem Kurzfilmfestival erreicht werden?

Marlen Korn: Zum einen ist das Festival eine Plattform für Filmemacher. Ihre Filme werden hier also gezeigt und dadurch könnten diese auch in den Verleih kommen, das heißt, jemand könnte die Rechte des Filmes ankaufen. In Bezug auf die Jugendlichen kann man zum anderen sagen, dass es interessant ist zu sehen, was es für verschiedene Erzählformen und andere Kulturen gibt. Im Fernsehen ist dies oft ziemlich einseitig. Zudem sind teilweise auch die Filmemacher da, die nach dem Programm etwas über den Film erzählen können. Dadurch erhält man oft einen anderen Zugang zu den Filmen.

Was gefällt Ihnen besonders an dem Festival? Gibt es irgendein Highlight für Sie?

Marlen Korn: Ich finde, dass die Stadt für ein paar Tage lebendig wird und ein besonderes Flair herrscht.

Jessica Manstetten: Außerdem kommt man mit internationalen Gästen ins Gespräch. Natürlich macht es auch Spaß sich die Filme anzuschauen, besonders, weil es Filme aus aller Welt sind, wie zum Beispiel aus Afrika, Asien oder Singapur.

Katharina Draub, Duisburg

ZeusPower-Reporterin

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