Preisverleihung

„Mit Zeus voll ins Schwarze getroffen“

03.07.2012 | 14:21 Uhr
„Mit Zeus voll ins Schwarze getroffen“
Alle ZeusAward-Gewinner zusammen mit Vertretern aus Chefredaktionen und den Zeus-Sponsoren. Foto: Bernd Lauter

Mülheim.  Bei der ZeusAward-Preisverleihung standen die jungen Nachwuchsreporter im Scheinwerferlicht. Nur manchmal mussten sie auf der Bühne für andere Platz machen.

Eine Drehscheibe bugsierte früher mächtige Dampfloks auf die Gleise in den Mülheimer Ringlokschuppen. Schon lange ist dieser Ort ein Kulturzentrum – und damit auch die Drehscheibe für junge Talente, die auf die Schiene in Richtung große Karriere gesetzt werden. Das trifft vielleicht auch auf manche der begabten Schüler zu, die dort für ihr journalistisches Tun im Rahmen des Zeus-Projekts mit einem Zeus-Award prämiert wurden.

Katia Schwichtenberg zum Beispiel wirkt wie eine, die nie um einen trockenen Kommentar verlegen ist. Bester Beweis dafür ist ihr Gewinnerbeitrag: „Locker und unterhaltsam“ schildere die Achtklässlerin aus Lünen darin ihren einwöchigen Verzicht auf die Nutzung des Internets, sagte Laudator Peter Schröder aus der Chefredaktion der Westfälischen Rundschau.

Das war ein Treffer

Mit dem Thema habe Katia „voll ins Schwarze getroffen“, findet Schröder. Denn für viele Jugendliche ist ein Tag ohne Internet wie ein leerer Gewürzschrank für einen Koch: Die Suppe schmeckt ohne Salz fade so wie eine Woche ohne das World Wide Web Schülern bitter aufstoßen muss.

Im Scheinwerferlicht vor den vielen Gästen der ZeusAward-Verleihung fehlten Katia schließlich doch einmal kurz die Worte: Denn als Preis für ihre Auszeichnung und den ersten Platz in der Kategorie „Bester Text“ erhielt sie von dem langjährigen Zeus-Sponsor und Dortmunder Energieversorger DEW21 dann passenderweise einen iPad-Tablet-Computer, mit dem sie jetzt fast nirgendwo mehr aufs Surfen im Netz verzichten muss, sagte Malies Bollmann-Nolte von DEW21.

Gänsehaut beim Lesen

Insgesamt zwölf Nachwuchsreporter in sechs Kategorien rückten bei der Verleihung ins Scheinwerferlicht. Den Beitrag auf dem zweiten Platz in der Kategorie „Bester Text“ lieferte Nina Angela Werning mit einer „packend geschilderten Geschichte“, sagte Peter Schröder aus der WR-Chefredaktion. Die Achtklässlerin von der Dortmunder Geschwister-Scholl-Gesamtschule beschreibt darin ihren Kampf gegen Knochenkrebs. Schröder brachte die Wirkung ihres Textes auf den Punkt: „Beim Lesen der Geschichte hatte ich eine Gänsehaut.“ Nina Angela erhielt einen iPod-MP3-Player sowie einen Musik-Downloadgutschein von Evonik Industries.

Durika Ravichanthiran und Fabian Gwiasda aus Essen haben von Wilhelm Klümper den ZeusAward in der Kategorie „Bester Beitrag einer Förderschule“ entgegen genommen. Der stellvertretende Chefredakteur der WAZ war besonders von einer Passage ihres Textes über Autisten beeindruckt: „Jeder Mensch ist einzigartig und jeder kann in seiner Art etwas leisten“, zitierte er und meinte danach: „Und das habt ihr bewiesen.“ Freuen können sich die beiden und ihre Klassenkameraden über eine Einladung zu der Show „Urbanatix“ in der Bochumer Jahrhunderthalle. Das übernehmen die Stadtwerke Bochum.

Dass es wichtig sei, sich auch mit schwierigen Themen zu beschäftigen, gehört für Manfred Lachniet zum Journalismus ganz klar dazu. Der stellvertretende Chefredakteur der NRZ freute sich daher über den Beitrag der Gewinnerinnen in der Kategorie „Bestes Interview“. Vanessa Bojak, Christina Oelsner und Sümeyra Ceylan haben in ihrem Interview Vanessas Blutkrebs thematisiert. Die Bundeswehr wird als Preis für die Schülerinnen und ihre gesamte Klasse eine Reise organisieren.

Mut zu einer guten Idee

„Journalisten benötigen Mut, eine gute Idee umzusetzen“, sagte Laudator André Schweins. Nicola Grote aus der 9d des Arnsberger Franz-Stock-Gymnasiums habe etwas riskiert und bekomme dafür zu Recht den Award in der Kategorie „Bestes Bild“. Für ihren Bericht „Manchem Gaul schaut man doch ins Maul “ begleitete die Neuntklässlerin vom Franz-Stock- Gymnasium in Arnsberg eine Pferdedentistin bei einem Patientenbesuch, schaute und fotografierte dem Tier nicht nur aufs, sondern auch ins Maul. Die Schülerin wird zur Belohnung für ihr gelungenes Bild von Unicef zur Pressekonferenz „Unicef-Foto des Jahres“ nach Berlin eingeladen.

Erstmalig in der Geschichte der ZeusAward-Verleihung wurde ein zweiter Preis an Schüler einer Klasse verliehen, die bereits eine Gewinnerin hervorgebracht hat: Den Sonderpreis „Zeus-auf-Schalke“ erhielten Maximilian Daum und Francesco Strobel, die ebenfalls aus der Klasse 9d des Arnsberger Franz-Stock-Gymnasiums kommen. Für ihr ausgezeichnetes Interview mit einem Ex-BVB-Kapitän werden die zwei Neuntklässler von Gazprom Germania zu einem aktionreichen Wochenende nach Berlin eingeladen.

Die Bühne räumen mussten die Gewinner nur manchmal. Dann jedoch für elegante Schritte mit viel (Hüft-) Schwung: Penny (Marie Luisa Kaster) und Johnny (Máté Gyenei) aus dem Musical „Dirty Dancing“ vom Stage Metronom Theater in Oberhausen wirbelten den „Mambo“ aufs Parkett.

Mächtig Dampf

Viel Platz brauchten auch die Jugendlichen des Projekts „Essenz – Rock Dein’ Block“. 22 junge Künstler tanzten, sangen und rappten zum selbstproduzierten Song. Wer das selbst erleben möchte, hat auf der Benefizveranstaltung des Projekts am 27. Oktober in der Essener Weststadthalle die Chance dazu. Unterstützt wird das Projekt, bei dem Jugendliche ihr Können mit Profis in Workshops vertiefen, von der Gewobau Stiftung Wohnleben sowie von der RWE Vertriebs AG. Ins Leben gerufen wurde das Projekt 2009 von der Gewobau.

Nur zu zweit, aber keineswegs leiser war die Band „Nerd School“. Mit ihrem treibenden Indie-Rock machte das Duo mächtig Dampf und spielte Songs vom neuen Album „Ready, set, go“. Dabei war zum Beispiel ihr Song „I love you“.

Nachdem der Gitarrenverstärker mit dem für ihn typischen Surren verstummt war, fühlte sich der stellvertretende WAZ-Chefredakteur Wilhelm Klümper etwas „deplatziert“: „Als Laudator ans Mikrofon gerufen zu werden, wirkt nach so einem Auftritt doch ein bisschen altbacken“, leitete der Journalist seine Rede selbstironisch ein. Ganz und gar standesgemäß habe sich Sâre Danaci aus Gladbeck mit ihrer Reportage präsentiert, lobte er darauf die Autorin. Journalistisch einwandfrei habe die Achtklässlerin ihre Suche nach ihrem verlorenen Päckchen bei der Deutschen Post beschrieben. Das sei „großes Tennis“, sich gegen einen „Apparat mit eigener Presseabteilung“ zu behaupten, sagte Markus König von Evonik Industries. Das Unternehmen stiftete der sichtlich erfreuten Sâre einen dicken Einkaufsgutschein.

Freude stiftete auch der Preis der Deutschen Aninngton für den Award in Kategorie „HomeSpot – hier bin ich gern!“. Lisa Shchapova aus Hemer hat ihren Lieblingsort beschrieben: die Klagemauer in Jerusalem. Das gelang ihr laut Thomas Reunert, Redaktionsleiter des Iserlohner Kreisanzeigers, hervorragend: „Du hast vielleicht eine große Karriere als Schriftstellerin vor dir.“

Die ersten Gleise dafür sind immerhin mit dem ZeusAward gelegt.

Weitere Links zum Thema ZeusAward:

- Bilderstrecke vom ZeusAward

- Mehr zu den Gewinnern und ihren Geschichten

- Bericht über ZeusAward-Gewinnerin Nina Angela Werning

- Podcasts und Bericht über die Gewinnerinnen in der Kategorie „Bestes Interview“

- Bericht zum ZeusAward aus Mülheim

Maximilian Böttner

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