Für immer Winnetou : Pierre Brice feiert 80. Geburtstag
Lennestadt/Paris. Zehn Jahre reitet er in der Prärie im Sauerland, bekämpft in Elspe das Böse. Ein guter Mensch. Edel, schön, ernst, mutig und ehrlich: Winnetou - das ist Pierre Brice. Freitag feiert der Franzose seinen 80. Geburtstag.
„Er war professionell und hatte keine Starallüren”, erinnert sich Jochen Bludau, Geschäftsführer der Karl-May-Festspiele in Elspe. Zehn Jahre, von 1976 bis 1986, spielte der heute 67-Jährige den Old Shatterhand an der Seite des berühmten Apachen-Häuptlings. „Wir haben den Winnetou von der Leinwand in die Wirklichkeit geholt. Das war in Deutschland damals einmalig. Brice ist ja wie ein Popstar gefeiert worden.”
Die Rechnung, die berühmte Rothaut aus den Kino-Hits wie „Schatz im Silbersee” und „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten” zu verpflichten, geht auf. Die kleinen und großen Indianer strömen. Die Winnetou-Welle schwappt ins Sauerland. Bludau: „Wir haben unseren ersten Zaun errichten müssen, damit Winnetou in Ruhe arbeiten konnte.” Denn die weiblichen Fans wollen nur einen: Winnetou, mit dem Brice in der Rolle seines Lebens verschmolzen ist, zum Anfassen nah erleben.
In „Winnetou III” schickt ihn eine Kugel des Banditen Rollins 1986 im Land der tausend Berge in die ewigen Jagdgründe. Seinen Wigwam schlägt Pierre Brice kurz darauf in Bad Segeberg wieder auf, und tauscht ihn später mit einer Kabine im „Traumschiff” und einem Zimmer im „Schloss am Wörthersee” ein.
Kontakt zu seinem Blutsbruder Bludau hat Brice nicht mehr. Der Schauspieler lebt heute in seinem Landsitz bei Paris und ist mit Winnetou nicht im wirklich im Reinen. Er spricht am Lebensabend mit gespaltener Zunge: Einmal sagt er, „Winnetou hat meine Karriere ruiniert”, ein anderes Mal heißt es: „Ich habe Winnetou viel zu verdanken.” Flinke Feder gratuliert.




















