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Zweijährige lernen spielerisch „Yes, we can”

21.01.2009 | 18:24 Uhr

Iserlohn. Das kleine Holzhaus liegt ein wenig versteckt im Garten von Gabriele Röllecke. Cynthias Augen strahlen, als sie gemeinsam mit Mutter Karina Schwarz-Wiese den kleinen Vorraum betritt. Gleich ist es Zeit für ihre Spielgruppe. In englischer Sprache.

Karina Schwarz-Wiese hat die Sprachschule von Gabriele Röllecke im Internet entdeckt. „Ich weiß noch, wie ich Englisch gelernt habe”, erinnert sich die Mutter und schüttelt eher amüsiert denn begeistert den Kopf. So soll es ihrer Tochter nicht ergehen. „Hier lernt sie nicht nur die fremde Sprache kennen, sondern hat auch Kontakt mit anderen Kindern.”

Bilderbücher, Spiele, Singen - gelernt wird in der Playgroup spielerisch. Foto: Silke Wrona

Derweil wird es eng in dem Vorzimmer, noch vier weitere Mütter und Kinder betreten den Raum. Cynthia (2) und ihre Mutter ziehen derweil Jacken und Schuhe aus und betreten ein großes Zimmer. Dort sitzt auf dem roten Teppich Gabriele Rölleck, hinter ihr erhebt sich ein riesiges Regal mit Büchern, Spielzeug und Unterrichtsmaterialien. 1996 hat sich die 51-jährige Sozialpädagogin und Englischlehrerin mit ihrer Sprachschule selbstständig gemacht. Zu ihr kommen nicht nur Schüler, sondern auch Kleinkinder ab 18 Monate. In der English Playgroup (englische Spielgruppe) werden die Kleinen gemeinsam mit ihren Eltern an die fremde Sprache herangeführt.

„Ohne Spaß gibt es kein Lernen.” Gabriele Röllecke

An diesem Nachmittag stellen sich fünf Kinder und ihre Mütter in einer lockeren Runde auf. „One, two, three... who do I see?”, singen sie gemeinsam. Gabriele Röllecke holt ein Kind nach dem anderen in den Kreis. Gesang, Bewegung und Spiel stehen im Vordergrund. „Als Lehrer muss man auch ein guter Entertainer sein”, so Röllecke. „Denn ohne Spaß gibt es kein Lernen.”

Sie spricht Englisch mit den Kleinen. Gemeinsam suchen sie im Raum versteckte Stofftiere. „Where is the cat?”, fragt die Pädagogin. Die kleine Cynthia endeckt den flauschigen Stubentiger schließlich in einer Zimmerecke. Die Bedeutung der Worte „up” (oben) und „down” (unten) lernen die Kleinen, indem sie mit Stofftüchern in der Hand die Arme mal noch oben heben und dann wieder senken. „Abwechslung und Flexibilität sind das Wichtigste”, sagt Gabriele Röllecke, die die Übungen und Spiele ständig variiert. Nach und nach baut sie mit ihren Schülern Wortschatz und Grammatikkenntnisse auf, bietet Vorbereitungskurse auf das fünfte Schuljahr, die Cambridgeprüfungen für Grundschüler und Schüler der weiterführenden Schulen sowie naturwissenschaftliche Projekte - ebenfalls in englischer Sprache.

„Mit dem spielerischen Einstieg haben die Kinder keine Angst vor einer fremden Sprache”, sagt Tanja Klasing. Drei Kinder hat die Hemeranerin, und alle drei besuchen die Sprachschule. Emmi, knapp drei Jahre alt, geht in die Spielgruppe. „Die Lieder, die wir hier singen, behält sie schon.” Tanja Klasing hofft, dass ihren Kinder durch diese Förderung später der Schulunterricht leichter fallen wird. Gabriele Röllecke ist sich zudem sicher: Englisch ist nicht nur wichtig in einer globalisierten Welt. Vielmehr fördere das Lernen der fremden Sprache früh die Toleranz gegenüber anderen Kulturen.

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Von Silke Wrona

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