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Zehn Tote zum Start in die Saison

10.04.2011 | 18:52 Uhr

Breckerfeld.Jetzt röhren sie wieder. Nicht die Hirsche, sondern die Motoren der schweren Maschinen. Doch nicht nur für die Motorradfahrer beginnt die Saison. So makaber es klingt: auch für Polizei und Rettungskräfte. Bis Ende März wurden bereits zehn tote Motorradfahrer in NRW gezählt.

Zu viele, das sehen die Polizeibehörden seit Jahren und setzen vor allem zum Saisonstart auf Aufklärung. An diesem Wochenende stellte die von mehreren Kreispolizeibehörden unterstützte Aktion „Netzwerk Kradfahrer“ am Bikertreff an der Glörtalsperre das Thema Sicherheit in den Fokus. Und dabei sind die Beamten nicht zimperlich. Mit „Schockvideos“ sollen die Motorradfahrer zu einem langsamen Fahrstil animiert werden. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“, erklärt die Polizei den Einsatz drastischer Bilder. Doch die teilweise blutigen Szenen sollen nicht allein für sich sprechen. Entscheidend für das Konzept sei, so die Polizei, dass Berater die Vorführung des Films kommentierten und die Fahrer so über ihr Verhalten aufgeklärt würden.

Die Kradfahrer sind die ersten Ansprechpartner für die Polizei. Zwar passieren Motorradunfälle auch, weil Autofahrer die Geschwindigkeit der Maschinen falsch einschätzen, die Biker übersehen oder die Vorfahrt missachten. Doch belegen Messungen der Polizei in den Kreisen Soest und Olpe, dass viele Motorradfahrer zu schnell unterwegs sind.

„Wir wissen, dass nicht alle Motorradfahrer zu schnell fahren, aber einige von ihnen überschreiten die zulässigen Geschwindigkeiten erheblich und insbesondere diese wollen wir dazu bringen, ihr Fahrverhalten zu überdenken“, sagt Hermann Koßmehl von der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde Olpe.

Gerade zum Saisonstart wird den Zweiradfahrern defensives Verhalten abverlangt. Denn Autofahrer sind noch nicht wieder darauf eingestellt, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer in Garagenbreite daherkommen. „Das Risiko im Straßenverkehr getötet zu werden, ist für einen Motorradfahrer 18 mal höher als für einen Autofahrer“, gibt die Polizei an.

Dieses Risiko tragen auch erfahrene Verkehrsteilnehmer. Autofahrer, die sich erst spät für den Motorradführerschein entscheiden oder sich nach langen Jahren Motorradabstinenz wieder auf den „Bock“ setzen. Unbewusst wird von diesen Männern - und zunehmend auch Frauen - das eigene Können als ­Verkehrsteilnehmer auf die Rolle als Motorradfahrer übertragen. Doch hier ist die Perspektive eine andere: Motorradfahrer haben keine „Knautschzone“.

Susanne Schlenga

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