Wulff warnt vor einer Rentner-Partei
29.11.2008 | 12:00 Uhr 2008-11-29T12:00:00+0100Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, hat die CDU vor dem Entstehen einer Rentner-Partei gewarnt.
Düsseldorf. „Wenn Ältere ins soziale Abseits gestellt werden, dann werden sie sich organisieren”, sagte Wulff unserer Zeitung. Der Senioren-Chef erinnerte seine Partei daran, dass inzwischen „fast die Hälfte der CDU-Mitglieder über 60 Jahre alt ist”.
Vor dem CDU-Bundesparteitag äußerte Wulff die Sorge vor der Erosion der Volksparteien. Die CDU dürfe den Fehler der SPD nicht wiederholen, die die Abspaltung von Grünen und Linken zu lange habe laufen lassen. Wulff forderte einen engen Dialog zwischen Jungen und Alten. „Schlagworte wie 'Rentnerschwemme', 'Vergreisung' oder die 'Alten plündern die Jungen aus' sind nicht hinnehmbare Provokationen, die Gegnerschaften schüren und dazu führen können, dass sich die Bevölkerung in gleichen Altersgruppen organisiert.”
Aber auch die Älteren müssen aus Sicht Wulffs stärker auf die Jungen zugehen und dürfen nicht nur die eigenen Interessen sehen. Wenn die Älteren in einer älter werdenden Gesellschaft die Jüngeren künftig bei politischen Entscheidungen überstimmen könnten, drohten heftige Widerstände. „Die Demokratie lebt von Solidarität und Gerechtigkeit in einer Schicksalsgemeinschaft aller Generationen”, sagte Wulff. Deshalb dürften auch die Alten die Jungen nicht überfordern.
Der Chef der Senioren-Union gab zu bedenken, dass die Union die Bundestagswahl nur mit der Mehrheit der Jahrgänge „50 plus” gewinnen könne. Wulff kandidiert auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart erneut für den Bundesvorstand.

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