Wucher der Marke UEFA
14.06.2008 | 20:00 Uhr 2008-06-14T20:00:00+0200.
Jung, schlank und verlegen steht Veronika hinter einem schmucklosen Stand im Medienzentrum von Klagenfurt. Sie verkauft Essen an Journalisten. Die Speisekarte ist nicht üppig. Doch das ist nicht Grund, warum Veronika manchmal wirkt, als sei ihr die Sache peinlich.
Es sind die Preise. Gegen das „Arte Catering” von Klagenfurt ist Venedig ein Aldi.
Kleiner Auszug aus dem Angebot:
Suppe 5.- Euro (etwa drei Löffel, dünn; Verdacht: aus der Tüte).
Salat: 3,70 Euro (sechs, sieben Blätter, in Plastik eingelegt; Verdacht: Öl von der freien Tankstelle).
Frikadelle: 10.- Euro (mittelgroß, Inhalt undefinierbar; Verdacht: Hund).
Nicht Veronika hat die Preise gemacht, sondern die UEFA, der Europäische Fußball-Verband, der sich an der EM dumm und dusselig verdient. Darauf weist Veronikas Kollege hin, ein älterer, netter Mann.
Er steht an der Kasse, muss sich viele Fragen gefallen lassen und liefert klare Antworten. „Die Preise”, sagt er, „sind eine Frechheit. Sie stehen in keinem Verhältnis zur Leistung.” Er gibt einen guten Rat: „Gehen Sie lieber woanders essen.”

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