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WSM: Banken bremsen Stahlverarbeiter aus

01.10.2009 | 17:48 Uhr

Hagen. Die mittelständisch geprägten Betriebe der Stahl- und Metallverarbeitung erweisen sich in Krisenzeiten als robuster als Großunternehmen, obwohl sie mit immer schärferen Kreditbedingungen zu kämpfen haben. Das ist das Ergebnis einer Mitgliederbefragung des Branchenverbandes WSM.

Nach der Studie erweist sich die Eigenkapitalausstattung der Firmen im Vergleich zur ersten Befragung im April noch immer als stabil. Bei 80 Prozent der befragten Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote über 20 Prozent, bei 56 Prozent über 30 Prozent. Im April lag sie bei 82 Prozent und 63 Prozent. Deshalb werde es auch keine Pleitewelle, geben, so der Verband. Andreas Möhlenkamp, WSM-Hauptgeschäftsführer: „Die aktuellen Prognosen einiger Marktbeobachter, die deutsche Autozulieferbranche stehe kurz vor dem Zusammenbruch, vernachlässigen den leistungsfähigen mittelständischen Unterbau. Viele unserer Unternehmen schwenken wieder auf Wachstumskurs ein.”

Zudem sei erkennbar, dass die Automobilhersteller weiter auf die mittelständischen Zulieferer setzten. „Natürlich sind unsere über 2000 Zulieferer ein Stück weit abhängig von den Autoherstellern. Aber

die Hersteller wissen die schlanken und beweglichen Strukturen unserer Mitglieder sehr zu schätzen. Darauf zu verzichten, wäre unklug.“

Laut WSM bremsen trotz guter Voraussetzungen für neues Wachstum Banken und

Kreditversicherer die Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung weiter aus. Im Vergleich zur Befragung im April zeige sich, dass die WSM-Unternehmen derzeit in großem Maße mit schärferen Kreditbedingungen zu kämpfen haben.

Nach der Umfrage haben die Hausbanken fünf Prozent der befragten Unternehmen seit Oktober die Kreditlinie gekürzt (April: 4 Prozent); 19 Prozent (12) müssen höhere Zinsen verkraften, 19 (10) Prozent müssen höhere Sicherheiten nachweisen und zwei Prozent der Firmen wurden die Kredite gekündigt.

Gegenüber der Umfrage im April dieses Jahres hat sich die Liquiditätsausstattung bei 40 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen 11 Monaten eingetrübt (April: 54 Prozent), bei 7 (10) Prozent hat sie sich dramatisch verschlechtert. Bei 30 (26) Prozent ist sie gleich geblieben, lediglich bei 23 (10) Prozent hat sie sich verbessert.

Stefan Pohl

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