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Wohin die Reise geht

26.08.2008 | 19:17 Uhr

30 Milliarden Euro mehr, jedes Jahr, für die Bildung. Fordern DGB und GEW. Da ist man versucht zu fragen: Sind die noch bei Trost?

Sie sind es.

Tatsächlich ist der Nachholbedarf in Sachen Bildung nicht nur groß - er ist riesig. Deutschland gibt 4,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Kindergärten, Schulen und Hochschulen aus. Die meisten anderen Industrieländer geben weit mehr aus. Aus gutem Grund.

Bildung ist unser wichtigster Rohstoff. Der Satz zählt zum Standardrepertoire jeder Sonntagsrede. In die praktische Politik aber hat er kaum Eingang gefunden. Natürlich, es gab und gibt Verbesserungen; die Pisa-Studien sind nicht folgenlos geblieben. Aber Grundschulklassen mit 30 Schülern bleiben bildungspolitisch ein Skandal, ebenso die hohen Schulabbrecherquoten oder die Unterfinanzierung der Unis. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Ranglisten wie der Bildungsmonitor helfen nicht wirklich weiter. Da werden Blinde mit Lahmen verglichen. Sachsen, der Sieger in der INSM-Studie, kann deshalb für die Letzten NRW und Mecklenburg-Vorpommern kein Vorbild sein. Wir müssen uns an den Pisa-Siegern orientieren. Und dafür brauchen wir - nicht nur, aber auch - mehr Geld. Gewiss, die 30 Milliarden sind eine Maximalforderung. Aber sie zeigen, wohin die Reise gehen muss.

Von Lorenz Redicker

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