Wieviel Gesundheit ist bezahlbar?
07.05.2009 | 07:47 Uhr 2009-05-07T07:47:00+0200Münster. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, fordert einen Bundesgesundheitsrat, in dem Ärzte, Patienten, Politik und Kassen Prioritäten setzen, welche Gesundheitsleistungen künftig in Deutschland noch zu bezahlen sind. Ihm graust es vor "englischen Verhältnissen".
In Deutschland wird das Medikament gegen ein Nierenkarzinom verschrieben. In Großbritannien nicht. Zu teuer. Mehr als 35 000 Pfund pro Jahr stehen einem Patienten dort für eine Behandlung nicht zu. „Mir graust vor englischen Verhältnissen”, sagt Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Er fordert daher einen Bundesgesundheitsrat, in dem Ärzte, Patienten, Politik und Kassen Prioritäten setzen, welche Gesundheitsleistungen künftig in Deutschland noch zu bezahlen sind.
Eher an Skandinavien orientieren
Statt wie in England schlicht die Kosten pro Patient zu begrenzen, schlägt Windhorst vor, den Weg der skandinavischen Länder zu gehen: Dort hat man bereits in den 90er Jahren Prioritäten gesetzt. Ganz oben auf dieser Liste stehen in Schweden beispielsweise Krankheiten, die lebensbedrohlich sind, zu Invalidität führen, schwere chronische Krankheiten. Ganz unten auf der Liste steht die „Versorgung aus anderen Gründen als Krankheit oder Schaden”. Leichtes Schnarchen, Krampfadern, leichte Rückenschmerzen und gutartige Tumore werden in Deutschland auf Kosten der Krankenkassen behandelt - in Schweden nicht.
Das Risiko einer schweren, chronischen Erkrankung müsse in Deutschland immer abgesichert sein, fordert Windhorst. Andererseits ist aber seiner Meinung nach zu überlegen, ob beispielsweise die Behandlung der Komatrinker aus dem Topf der Krankenkassen zu bezahlen sei oder ob dafür besser viel höhere Steuern auf Alkohol und Tabak erhoben werden.
Eindeutige Regelungen gefordert
Windhorst fordert eine klare Katalogmedizin. Er will eindeutige Regeln aufstellen lassen, welche Gesundheitsleitungen sich die Gesellschaft noch leisten kann. Tatsächlich gebe es im Gesundheitswesen längst eine Rationalisierung. Bislang lasse man die Ärzte jedoch damit allein: Sie dürften nur anordnen, was „wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig” sei. Und ein Arzt, der sein Budget überschreite, werde in Regress genommen. „Bei der Entscheidung, welche medizinische Leistung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln noch finanziert werden sollen, wird der Arzt allein gelassen”, so Windhorst und fügt hinzu: „In Arztpraxen und Krankenhäusern muss immer häufiger diskutiert werden, was noch möglich ist - und was nicht mehr geht.” Und das schade dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten.
„In Arztpraxen und Krankenhäusern muss immer häufiger diskutiert werden, was noch möglich ist - und was nicht mehr geht.” Theodor Windhorst
Der Politik werfen die westfälischen Ärzte vor zu leugnen, dass im Gesundheitswesen in den kommenden Jahren deutlich rationalisiert werden müsse. Werde jedoch nicht gespart, müssten allein aufgrund der demografischen Entwicklung die Beiträge für die Krankenkassen in den kommenden Jahren um 18 Prozent steigen, rechnet der Esloher Arzt Eugen Engels, Vorsitzender des Ethik-Rates in der Ärztekammer, vor. „Die Menschen müssen endlich informiert werden, dass es nicht mehr alles geben kann”, sagt Windhorst.
Rund ums Thema:

12:45
Hi, Conny nochmal;
Also das mit dem leichten Schnarchen hat sich eh fast überholt; Mein Mann war im Schlaflabor und da konnte man im nicht helfen (weil er keine Apnoe hatte). Wir haben dann einen Schlafrucksack gekauft (www.schnarchladen.de). Jetzt ist wieder Ruhe im Bett - die 66,50 konnten wir uns auch privat leisten.. Liebe Grüße, Conny.
09:04
Schau mal einer an die Krankenkassen können nicht mit Ihren Beiträgen umgehen, und wer ist mal wieder der Dumme???.
Wenn ich einige Prachtbauten von den Kassen sehe frage ich mich wozu, ich brauche keine Krankenkassse die den Eingangsbereich komplet mit Marmor gefliest haben.
Ade SOZIALSTAAT