Wie die Moschee in Marxloh zur Normalität wurde
28.10.2009 | 08:21 Uhr 2009-10-28T08:21:00+0100Duisburg. Seit einem Jahr ist die Moschee in Duisburg Marxloh offiziell eröffnet. Während in anderen Städten - darunter Köln und Menden - weiter diskutiert wird, zeigt der Stadtteil wie es geht. Doch hinter dem leuchtenden Beispiel verbirgt sich eine rein Marxloher Geschichte.
Die Moschee in Duisburg- Marxloh ist das leuchtende Beispiel gelungener Integration. Vor einem Jahr offiziell eröffnet, ist der stolze Bau mit Kuppel und Minarett für den Stadtteil bereits Normalität. Köln, aber auch Menden, wo sich Diskussionen um einen Moscheebau ranken, könnten hier etwas lernen. Bisher bleibt es eine rein Marxloher Geschichte.
Im Schatten des Kirchturms
Von der Autobahn 59, die den Duisburger Stadtteil Marxloh teilt, ist die Moschee nur schwer auszumachen. Zwischen rauchenden Schloten, einem Förderband und dem pompösen St.-Peter-Kirchturm kommt das graue Minarett mit der blauen Spitze kaum zur Geltung. Auch in den dichten Straßenzügen in der alten Einwanderersiedlung verschwindet der Turm hinter den Dächern.
„Es gibt auch hier einfach Grenzen”, sagt ein Marxloher Moslem. Sein Grundrecht auf Religionsfreiheit, wozu auch die Ausübung zählt, will er zwar verwirklicht wissen, doch hält er die Höhe des Minaretts für absolut ausreichend. Vielleicht auch deshalb - das Minarett ist 34 Meter hoch - ging der Moscheebau mitten in einer deutschen Großstadt beinahe diskussionslos über die Bühne.
Keine Diskussion über Minarett
„Eine wirkliche Diskussion über die Höhe des Minaretts hat es hier nie wirklich gegeben”, sagt Helga-Maria Poll, die sich in dem für den Moscheebau gegründeten Beirat engagiert. Die Muslime hätten von Anfang an einen offenen Dialog gesucht. Der Ruf zum Gebet über Lautsprecher sei von Anfang an ausgeschlossen gewesen - im Gegensatz zu Köln. Das religiöse Leben spielt sich alleine unter der 27 Meter hohen Kuppel ab.
Ein Jahr nach der Eröffnung fällt die Moschee den Marxlohern deshalb kaum mehr auf. Am Anfang war die Moschee für Doreen Katzorke zwar befremdlich, abgelehnt habe sie den Bau aber nie, obwohl sie schon elf Jahre in der Nachbarschaft mit ihren Kindern wohnt. Die gehen wiederum mit muslimischen Kindern in den Kindergarten. Sabine Neu kann der Moschee gar Positives abgewinnen: „Die sieht echt schön hier im Straßenbild aus. Ich vermisse nur den Sänger zum Gebet. Den hätte ich mal gerne gehört.”
Kopftuch gehört zum Straßenbild
Hinter dieser Eintracht steckt aber eine typisch Marxloher Stadtteilgeschichte. „In einem bürgerlichen Viertel wäre der Bau wohl schwerer zu verwirklichen”, sagt Helga-Maria Poll. Das Kopftuch gehört hier zum Straßenbild. Über die Hälfte der Einwohner sind türkischer Herkunft. Türkische Läden gibt es an fast jeder Ecke. Ein türkischer Werbering besteht neben dem deutschen - und kooperiert.
„Es wurde erst versucht, die türkischen Kaufleute in den deutschen Werbering zu holen”, schildert Axel Dörnemann, der sich auch für die Moschee engagiert, „die haben aber einen eigenen gegründet. Zu Weihnachten konnte der deutsche die Festbeleuchtung nicht bezahlen. Da ist der türkische eingesprungen.” Eine Episode, die viel über das Miteinander in Marxloh verrät.
Moschee nur mit Beirat möglich
Selbst die christlichen Kirchen befürworten heute die Moschee. Zusammen mit Kommunalpolitikern und Nachbarn bilden sie den Beirat. Ohne den hätte es auch die Moschee nicht gegeben. Der Beirat war Voraussetzung für Fördermittel des Landes und der EU. Die Muslime stemmten die Moschee, staatliche Stellen finanzierten die Begegnungsstätte.
Daran gekoppelt: Eingeständnisse seitens der Muslime. Die Moschee muss außerhalb der Gebetszeiten für jedermann zugänglich sein. Dazu Gesprächsrunden über das Kopftuch oder den Islam sowie Frauenarbeit. Auch die offenen Fenster drückte der Beirat gegen die muslimischen Interessen durch. „Eigentlich sind Moscheen von außen nicht einsehbar. Der Beirat hat aber auf große Fenster als Zeichen der Offenheit bestanden”, so Poll. Und nicht zuletzt die Frauen gingen heute zum Beten durch den gleichen Eingang wie die Männer - eine Errungenschaft der Geschäftsführerin des weltlichen Vereins für die Begegnungsstätte.
Überwiegend deutsche Resonanz
Die Moschee trifft dabei auf solch' große Resonanz, dass täglich mindestens drei bis fünf Gruppen kommen. „Überwiegend Deutsche”, wie Sabrina Vorberg aus der Begegnungsstätte weiß. „Auch die Frauen können sich hier außer zu Gebetszeiten frei bewegen. Außer auf der Männertoilette.”

09:19
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12:24
JA zum Minarettverbot! Und wer hat´s erfunden?
Die Schwitzer... ;-)
06:51
Da die beiden vorherigen Foren wieder geschlossen sind schreibe ich meine Meinung hier.
Herzlichen Glückwunsch an die Schweizer. Das nenne ich Demokratie durch Volksabstimmung.
Gefahr für Muslime durch Verbot des Baus? Einfach nur lachhaft und unverschämtheit.
Was ist mit den anderen Religionen? Die sehe ich in Gefahr durch die Unterdrückung der Muslime.
Die Volksabstimmung sollte auch mal in Deutschland gemacht werden.
22:48
sämtliche Kommentare zu anderen Artikeln -Bergkamen und Kölner Moschee- wurden gelöscht. Kommentarfunktion im nachhinein deaktiviert. Und das waren überwiegend Meinungen und Austausch...Fremdenfeindliches stand da eher nicht (und das zu löschen ist ja auch ok) Ich kann das hier nicht verstehen.
Vielleicht sollte man Kommentarfunktionen dergestalt überdenken, dass man nur noch registriert mit einer verifizierten E-Mail-Adresse schreiben kann.
Denn alles andere ist sonst Zensur und bewirkt bei vielen sicher eher das Gegenteil als was man hier evtl damit bezweckt.
20:53
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14:12
Schöne Meldung. Ich werde die Moschee auf jeden Fall auch mal besuchen. Sieht doch ganz schick aus.
10:41
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10:41
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10:10
@ strubbel, ganz genau das kann ich auch nur so bestätigen.
Also Pullmann arschbacken zusammen kneifen und auf gehts!!!!!!!!!!!!
09:34
wenn man den beitrag von #19 liest,kommt man nicht daran vorbei das für jeden etwas dabei ist.wer will sich ehrlichen herzen von diesen oder jenen sätz distanzieren?das hat dann nichts,absolut nichts mit hetze oder feindlichkeit zu tun.auf jeden fall sollte jeder den beitrag gut lesen,auch wenn es mal etwas länger dauert.