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Wie die Kommunen Interesse an der Politik wecken

30.06.2011 | 15:00 Uhr
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Wie die Kommunen Interesse an der Politik wecken
Trsitan und Nils in Aktion auf dem Skaterplatz der Landesgartenschau. Die Anlage haben sich Jugendliche in Hemer geünscht - und bekommen. Foto: Martin Büdenbender.

Hagen.   Um die Politikmüdigkeit zu bekämpfen, bemühen sich viele Gemeinden Westfalens darum, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie vor Ort mitbestimmen können.

Es war ein Volltreffer, ein Drei-Punkte-Wurf sozusagen. Die Jugendlichen in Soest haben einen Korb bekommen, einen Basketballkorb. Früher war dieser auf dem Schulgelände für sie nachmittags unerreichbar. Heute dürfen sie auch nach Schulende spielen. Das ist Demokratie.

Denn die Jugendlichen haben sich - vor Jahren bereits - an der Einwohnerfragestunde des Schul- und Sportausschusses beteiligt. Und dort nachgefragt, warum man ihnen nachmittags den Zugang zu den Basketballkörben verwehrt. Auf die Idee, bei den Kommunalpolitikern nachzuhaken, sind sie allerdings nicht allein gekommen. Vielmehr haben sie sich an einem der Projekte beteiligt, mit dem das Soester Jugendamt das Interesse der Heranwachsenden an Kommunalpolitik stärken will.

Um die Politikmüdigkeit zu bekämpfen, bemüht man sich mittlerweile in vielen Gemeinden Westfalens darum, den Jungen und Mädchen zu zeigen, wie sie mitbestimmen können. Seit Jahren unterstützt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) solche Projekte. 13 davon werden in diesem Jahr mit 50 000 Euro gefördert, darunter Projekte in Soest, Ennepetal, Gevelsberg, Iserlohn, Hemer.

In Soest zum Beispiel lassen sich in diesem Jahr Kinder und Jugendliche zu Multiplikatoren ausbilden, also darin fit machen, Gleichaltrige über das zu informieren, was sich in der Kommunalpolitik ereignet. „Über die Bundespolitik wissen die meisten Jugendlichen noch einigermaßen Bescheid. Von der Politik in ihrem Ort jedoch kennen viele nichts“, sagt Brigitte Mehrfert vom Stadtjugendamt. „Dabei hat man gerade in der Kommune die größten Möglichkeiten mitzuwirken“, so Mehrfert.

„Gespräche und Aktionen helfen, die Distanz zwischen Kindern und Jugendlichen einerseits sowie Politikern andererseits abzubauen und Demokratie erlebbar zu machen“, sagt LWL-Jugenddezernet Hans Meyer. Wie zum Beispiel in Hemer. Jährlich veranstaltet die Stadt ein eintägiges Jugendplenum. Dort können Jugendliche ihre Anliegen vorbringen, die Mitglieder des Rats und der Verwaltung mit Fragen löchern.

Stadtjugendpfleger Daniel Braun führt Protokoll und überprüft nach einem Dreivierteljahr, drei Monate vor dem nächsten Plenum, was die zuständigen Ämter unternommen haben. „Wer nichts getan hat, muss sich vor den Jugendlichen rechtfertigen“, sagt er.

Denn nur dann fühlten sich die Kinder und Jugendlichen ernst genommen. Und nur wenn sie dieses Gefühl hätten, beteiligten sie sich auch später als Erwachsene, werde die Politikverdrossenheit also nachhaltig bekämpft.

Wie ernst der Nachwuchs in Hemer tatsächlich genommen wird, kann Braun belegen: Mit der Landesgartenschau im vergangenen Jahr haben die Jugendlichen den Skaterpark bekommen, den sie sich im Plenum gewünscht hatten.

Nina Grunsky

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